Szablyár Péter: Turmhoch - Unser Budapest (Budapest, 2007)

1950 kamen der Wasserturm und das Wasserversorgungssystem der Insel in den Besitz der Hauptstädtischen Wasserwerke, der Turm wurde zu ihrem Wahr­zeichen. Ein Teil des auf der Insel gewonnenen Wassers gelangte über Leitungen an der Margaretenbrücke ins hauptstädtische Netz, später wurde der Turm jedoch, des erhöhten Druckes im Netz wegen, überflüssig. Er wurde zum industriellen Baudenkmal erklärt, in den letzten Jahren auch als Ausstellungsraum benutzt, der einstige Behälterraum ist jedoch ungenützt, hunderte von Tauben nisten darin. Über die Wendeltreppe in der Achse des Turms gelangen wir in den Raum unter­halb des einstigen Reservoirs (mit schöner Aussicht), dann in den Behälterraum und weiter in das einstige Maschinengewehr-Nest auf der Spitze des Turms. (Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte man auf strategische Punkte der Hauptstadt geschützte Feuerstellungen gebaut.) Schade, daß dieses architektonische und industrielle Baudenkmal nicht eine ihm gebührende Aufgabe erhalten hat. EINIGE BESONDERE TÜRME Der erste Feuerturm der Stadt Pest - der Rathausturm Am Ort des Piaristengymnasiums hinter der Innerstädtischen Pfarrkirche begann man 1702 das Pester Rathaus zu bauen. 1767-68 wurde das Haus mit barockem Turm zu einem einstöckigen, 1842—47 dann nach Entwürfen von József Hild zu einem zweistöckigen, 1863 zu einem dreistöckigen Gebäude vergrößert. Der Bau mit viereckigem Grundriß hatte keine Dekorationen, nur die Fassade zum Platz hin bedeckte eine Pfeilerreihe. Auf den Pfeilern standen elf fast 3 m hohe Statuen, Werke von Ferenc Uhrl und Mihály Bauer, ln der Mitte der Fassade erhob sich aus dem Dach ein viereckiger Uhrturm, auf Höhe des zweiten Stocks mit einem rings­herum führenden Balkon. Von da an verkleinerte sich der Querschnitt des Turms auf ein Drittel. Den Platz davor nannte man damals Rathausplatz (später Haupt­platz). 1900 wurde, wegen dem Bau der Elisabethbrücke, das einzige Pester Empire- Gebäude abgetragen. ln jener Zeit spielte der Turm eine wichtige Rolle beim Feuerschutz, ln den 50 Jahren nach dem Ausgleich hatte die Hauptstadt sich um das Sechsfache ver­größert und die wie Pilze aus der Erde schießenden Mühlen (Haggenmacher Mühle - 1873; Mühle der Pester Bäcker und Müller - 1855; Walzenmühle - 1888; 7'

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