Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)

1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert

Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration 45 Burg aus bewirtschafteten die am Leben gebliebenen Einwohner von Ропак/ Barnag und Werstuhl/Vöröstó ihre Felder. Die Lehnsherrenfamilie Zichy hat bereits am Anfang des 18.Jh.s versucht, katholische, deutsche Siedler in Emp­fang zu nehmen. Nach Ponak/Barnag brachten sie 1714 deutsche Siedler aus dem süddeutschen Raum (Katzental),16 dann 1720 aus der Umgebung von Bil­ligheim sowie aus dem südlichen Eisass,17 den mündlichen Überlieferungen zu­folge aus der Schweiz (Ny. Nagy 2000: 140) und dem Schwarzwald.18 In einigen Jahrzehnten hat sich ihre Zahl deutlich erhöht. Nach einer Conscription im Jah­re 1729 wirtschafteten in Kisbarnag (’Klcinbarnag“) 12 Bauern (mit 20 Söhnen),19 1757 fand die Visitation des Wesprimer/Veszprémer Bischofs Márton Padányi Bíró bereits 66 deutsche Familien (302 Personen) und 17 ungarische Flaushalte (102 Personen) vor.20 Nach einer starken Binnenmigration wurde in Ponak/Bar­nag eine südfränkisch-rheinfränkische Mundart vorherrschend (Flutterer 1963: 94, 488, 502). In der Zeit nach der Ansiedlung lebten Deutsche und Ungarn ne­beneinander, wahrscheinlich haben die Neuankömmlinge die entvölkerten Höfe und verlassenen Fläuser bezogen. Zum Teil kann man damit das Weiterleben der früheren (ungarischen) Flurnamen erklären (Péterdi 1935; Szilágyi-Kósa 2011). Wegen der sprachlichen und religiösen Gegensätze konzentrierten sich dann die einzelnen Ethnien in zwei getrennten Dorffeilen, die Bezeichnungen Magyarbamag (TJngarischbamagJ und Németbamag (‘DeutschbarnagJ festig­ten sich,21 bis zur Vereinigung im Jahre 1947 wurden die beiden Ortsteile ge­trennt verwaltet. Die ungarischen Einwohner von Werstuhl/Vöröstó zogen nach Großwaschon/Nagyvdzsony. Die Fronlasten wurden auf den Zichy-Gütern zwar stets erhöht, es herrschte jedoch eine relative religiöse (konfessionelle) Toleranz vor. Die pro­,6Ungarisches Nationalarchiv (MOL), P 707: Archiv der Familie Zichy 70 et A. Nr. 1. Siedlungsvertrag mit Seabstian Czipff und seiner Familie. 1714. 17Ungarisches Nationalarchiv (MOL), P 707: Archiv der Familie Zichy 70 et A. Nr. 2. Siedlungsvertrag von 1724. 18Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), IV. 403/a: Veszprémi járás főszolgabírójának iratai [Dokumente des Richters des Bezirks Veszprém], Közigazgatási adattár 1925. 19Ungarisches Nationalarchiv (MOL), P 707: Archiv der Familie Zichy 67 Nr. 5. Kis­barnag összeírása és urbáriuma. [Die Zusammenschreibung und das Urbárium von Kleinbarnag], 1729. 20 Erzbischöfliches Archiv Veszprém (VEL), A14: Conscriptione Animarum 1757. Band 8: 445-458. 21Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), IX.601: A Zichy-család nagyvázsonyi uradalmának iratai. [Dokumente des Gtoßwaschoner Gutes der Familie Zichy],

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