Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration 43 Sikátor und Szépalma geerbt. Er hat mit dem Bau des Schlosses in Réde angefangen, wo er später auch das Zentrum seines Gutes einrichtete.12 Der Obergespan und auch sein Sohn, Imre, wurden in der Rédeer Familienkapelle bestattet. In den Besitz von János Esterházy gelangten Oßlop/Bakonyoszlop, Cse- tény, Borzavár, Koromla, Hajmás und der Einzelhof Veim, womit der Oßloper/ Bakonyoszloper Zweig der Familie gegründet wurde (Kneifei 1989).13 Die drei Güter im Besitz des Pápaer Zweiges der Esterházys wurden von Pápa aus verwaltet Die Zentren der Güter — Pápa, Devecser und Ugod — mit je einer Burg und den dazu gehörenden Ortschaften bildeten ein gut funktionierendes System (László 2006: 15—18). Die Besitzer des Pápaer Gutes im 18.Jh. waren: Ferenc Esterházy (1683-1754) und seine Söhne, der Kanzler Ferenc der Jüngere (1725-1785) und Károly (1725-1799), der Bischof von Erlau/Eger, sie alle trugen maßgeblich sowohl zur Organisierung der Wirtschaft als auch zu den Bauarbeiten in den einzelnen Ortschaften bei (Fülöp 1994: 225-284; Cs. Dobrovits 1983: 16-28). Graf Ferenc Esterházy hat seine Besitztümer in drei Gütern zusammengeschlossen: Das Dominium in Pápa-Ugod, zu dem auch ein Teil der Güter in Gesztes gehörte, wurde von Pápa aus verwaltet, das andere Zentrum bildete Devecser (László 2003: 57—102). Der Familie gehörte außerdem das Gut von Sempte im Komitat Pressburg, mit dem Zentrum in Sempte jenseits des Flusses Waag/Vág (im Komitat Neutra). An der Spitze der Besitztümer standen Provisoren, die unmittelbar dem Grafen unterstellt waren, und auf ihrem Gebiet größtenteils selbst agierten. Die verlassenen Siedlungen hat Ferenc Esterházy vor allem mit deutschen, zum Teil auch mit slowakischen Siedlern besiedelt. 1736 rief er deutsche Siedler nach Sitsch/Szücs. 1737 wurden in Fen- jefeh/Fenyőfő, 1741 in Ság und Wieb/Béb, 1744 in Sankt-Iwan/Szentiván, 1748 in Großganna/Nagyganna, 1752 in Nyögér und Kleinganna/Kisganna Deutsche angesiedelt (Lichtneckert 2009: 41 f., 123, 181 f., 230f., 259f., 353f.). Über Wieb/Béb wissen wir, dass zusammen mit den Siedlern aus Lothringen auch Slowaken in den entvölkerten Ort kamen. Auch die deutschsprachigen Siedler kamen nicht direkt aus Lothringen nach Wieb/Béb, sondern sie wirtschafteten davor im Komitat Neutra, in Kopcsány am Fluß March/Morva (slo- wak. Morava). Von dort kamen auch die slowakischen Einwanderer mit (László 2002: 125-135). 12 Slovenske Narodni Archiv, Pozsony (SNA), Cseszneker Archiv der Familie Esterházy, II. Neu geordnet: A/2. (40. Schachtel), B/l (61. Schachtel). 13 Siehe Abbildung 5 in der CD-Anlage.