Tanulmányok Veszprém megye múltjából - A Veszprém Megyei Levéltár Kiadványai 3. (Veszprém, 1984)

Hudi József: Veszprém megyei parasztmozgalmak

Die Abhandlung bearbeitet die Bauernbewegungen auf mehrere Etap­pen zerlegt. Die erste dauert vom März 1848 bis zum September des Jah­res, bis zum Anfang der Invasion des Jellacic, die zweite bis zur öster­reichischen Besatzung (16. Jan. 1849), die vierte bis zum Rückzug der österreichischen Streitkräfte, mehr als drei Monate bis zum 26. April und die letzte die Zeit bis zur Niederwerfung des Freiheitskriegs. Der Verfasser nimmt in den Kreis der Bauernbewegungen alle gewalt­tätigen, rechtswidrigen Bauernauftritte auf, deren Zielsetzung das Erwei­tern der Rahmen der Aprilgesetze, das Weiterführen der Agrarreform in der Praxis war. Der Kreis dieser Bewegungen ist äusserst vielfältig: die Bauern erobern die von den Gutsherren durch Prozesse weggenommenen Ackerländer und Wiesen zurück; sie erobern die gemeinsamen Weide­gründe, verwüsten die Wälder, üben die Gutsherrenrechte, die sog. Rega­lien aus (Schenkrecht, Markthaltungsrecht). Manchmal erobern sie die im Privatbesitz befindlichen Güter der Grundherren, das Personal des Grundherren schlagen sie oder bedrohen mit dem Tod, sie verweigern die Bezahlung der für die von ihnen gebrauchten Herrschaftsgüter übli­che Pachtgutsrente. Die kurialen Inquilinen verweigern den Frondienst, erobern die Meierhofs- oder kurialen Felder. Die Bauern treten manch­mal gegen die Verordnungen der Komitatsfunktionäre auf und verwei­gern ihren Wehrdienst. Eines der wichtigen Charakteristika der Bauernbewegungen der Jahre 1848/49 ist — auf Staatsebene und auch auf Komitatsebene —, dass sie immer infolge lokaler Ursachen, für lokal bestimmte Ziele kämpfen, dem­zufolge die einzelnen Bewegungen voneinander isoliert bleiben. Weiter­hin typisch in hohem Masse ist, dass die Bauernbewegungen nicht gleich­zeitig, sondern in verschiedenen Zeitpunkten auftreten. Obwohl mehr als das Viertel der Bevölkerung zu Nationalitäten gehört (deutsch und slowa­kisch), halten die Bauernbewegungen mit den Nationalitätenbewegungen keinen Kontakt aufrecht: die Leute mit nicht ungarischer Muttersprache kämpfen genauso für Wirtschaftsziele wie das ungarische Bauerntum. Des­sen Ursache steckt darin, dass die Nationalitäten — da die Bauernbe­freiung das ganze Bauerntum umfasste — gegen dieselben Sorgen kämp­fen wie die ungarischen Bauern. Infolge ihrer Isoliertheit und ihrer sied­lungsmässigen Zerstreutheit üben die politischen Bewegungen der Na­tionalitäten keine Wirkung auf sie aus. Die Bewegungen umfassen das ganze Territorium des Komitats: in mehr als 40% der 277 Siedlungen des Komitats gab es kleinere oder grös­sere Bewegungen: mehr als 50% der Dörfer, beinahe 9% der Einödhöfe und 80% der Marktflecken werden zu Schauplätzen der Bewegungen des Bauerntums.

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