Vas megye múltjából 1982 - Levéltári Évkönyv 2. (Szombathely, 1982)
Sill Ferenc: Vasvát településtörténetének vázlata a 18. századig
grosser Wahrscheinlichkeit feststellbar. Die ehemalige Dominikanerkirche und das Kloster standen entweder in unmittelbarer Nähe dieser Erdhurg oder sogar innerhalb ihres Festungssystems. Der Klostergarten lag aber im „Suburbium" der Burg. Die ursprüngliche Siedlung entwickelte sich sodann im 11. Jahrhundert auf dem südlichen Teil der Burg weiter. Am Rand des bewohnten Gebiets, auf den Höhen des Kövecses-Berges wurde die Kirche von Vasvár erbaut, deren Pfarrer zum Dechant des Komitats Vas wurde. Später war diese Kirche der Ort der Dienste des Stiftes von Vasvár. Die Gespanschaftsburg und die Stiftskirche bestimmten sodann die Siedlungsordnung von Vasvár. Um die Burg entstand die königliche Stadt und im Umkreis der Stiftskirche entstand die Häuslergemeinde Szentmihályfalva (St. Michaelisdorf). Im Laufe des 13. Jahrhunderts entstand im nordöstlichen Teil der Stadt das Viertel Zsidófölde (Judenfelde), das ebenfalls in den Besitz des Stiftes kam. Im Iß. und 14. Jahrhundert bildeten Vasvár drei topographisch zwar zusammenhängende, aber verwaltungsrechtlioh getrennte Siedlungen. Im Zentrum lag die königliche Stadt, die 1279 von König László IV. Freiheitsrechte und das Selbstverwaltungsrecht erhielt. Aus der Gespanschaftsburg wurde das Zentrum des Adelskomitats und die sich um die Burg ansiedelnden Gastvölker entwickelten Vasvár zu einer umfriedeten Stadt. Die ehemalige Burg verlor ihre strategische Bedeutung, aber die Stadt wurde zu einem wichtigen Verwaltungs-, Handels- und Wirtschaftszentrum, das seine Blüte im 14. und 16. Jahrhundert erlebte. Die beiden Randgemeinden des Stiftes wurden zwar von eigenen Schultheissen verwaltet, aber die Nähe der königlichen Stadt beeinflusste auch diese Leilbeigenendörfer, deren Insassen dieselben Privilegien besassen wie die Bürger von Vasvár. Als die Stiftsherren ihre Wohnhäuser bauten, gab die Reihe der Stiftshäuser mit der Masse der doppeltürmigen Stiftskirche dem Dorf Szentmihályfalva einen städtischen Charakter. Vasvár hatte bis zuletzt keine einheitliche Verwaltung, aber in ihrer Blütezeit wurde die Stadt ausgebaut, es wurden mehrere Strassen eingerichtet, sie bot topographisch ein einheitliches Bild. Vasvár besass fünf Kirchen, und das Stift, zwei Pfarren und eine Mönchgemeinde wirkten hier. Diese anhaltende Entwicklung wurde durch eine Schenkung des Königs Sigismund unterbrochen, als er 1423 Vasvár der Familie Gersei Pethő schenkte. Dadurch wurde aus der königlichen Stadt ein Marktflecken. Diese Veränderung hätte eigentlich die Entwicklung des Gewerbes und Handels nicht hindern sollen, aber die spätere Schwächung der zentralen Macht und die Streitigkeiten zwischen den Oligarchenfamilien brachten auch für Vasvár nur Rückfall. Als die Türken Kanizsa besetzten, wurde Vasvár mit ihren Randgemeinden zum Schauplatz ständiger Kämpfe. Die Dominikaner flohen, das Stift siedelte nach Szombathely um, das Klostergebäude und die Umgebung der Stiftskirche wurden befestigt. Die Einwohner der Stadt zahlten Steuern an die Türken und die Gutsherren gleicherweise und sie mussten auch die hindurchziehenden Truppen alimentieren, so dass sie bald völlig verarmten. Zur Zeit der Schlacht bei Szentgotthárd (1664) besetzten die Türken die Stadt und ihre Umgebung und die Einwohnerschaft floh jenseits der Raab. Nach dem Abzug der Türken kehrte die Einwohnerschaft in die verwüstete, ausgebrannte Stadt zurück, deren Pfandherr der Erzbischof György Széchenyi wurde. Er siedelte die Dominikaner in ihr zu einer Burg umgebautes Kloster zurück und schenkte ihnen den Pethöschen Teil von Vasvár. Während des Wiederaufbaus im 18. Jahrhundert wurde auf einem zwar kleineren Gebiet eine Langstrassensiedlung mit Reihen bebauung und Bandgrundstücken angeordnet. Von dieser Langstrasse zweigten nur die alte Szent Mihály^Strasse und einige Grundstücke am Brückenendweg ab. Von den mittelalterlichen Kirchen wurden zwei wiedererbaut, die Reste der übrigen wurden verschleppt. Den Marktflecken Vasvár erstand 1734 Kristóf Festetics und in einem langwierigen Gerichtsstreit baute er seine Gutsgrenzen aus. Die Nagy-Strasse, die Szent Mihály-Strasse und der Stadtteil Zsidófölde blieben im Besitz der Stiftes, die Közép-Strasse, der Stadtteil unter der Burg (Váralja) und die Grundstücke beim Brückenendweg kamen in den Besitz der Familie Festetics. Die Freiheitsrechte der Stadt waren verloren. Verwaltungsrechtlich bestand Vasvár auch weiterhin aus drei separaten Siedlungen. Vasvár behielt ihre bei ihrem Wiederaufbau im 17. Jahrhundert entstandene Siedlungsordnung kaum verändert bis an den Beginn der bürgerlichen Epoche bei und auch ihre Einwohnerzahl nahm nicht wesentlich zu. 32