Ferencz, Joseph: Unitarischer Katechismus (Klausenburg, 1892)
7* immer fájón auf (Erben, wo e§ bie Ungereimten oft fo gut haben unb bie ©eredjten leiben müffen. 2!od; menu biefe Sírt ber Strafe ober SSeiofjnung ijienieben aud; nidjt erfolgte, fo roirb fie guíünftigen Seben um fo geroiffer erfolgen. 114. @ibt es atfo feine Vergebung ber ©ünben? ©ine @ünbe, bie getijau tuurbe ausgulofcfjen, als märe fie nie gewefen, ift gair, unmöglich; aber ©ott ift lang; mü-tfjig, unb oerwirft into ixicljt wegen unfeter Sünben, oielw.eljr wartet er auf nufere Sefferung, übt gnäbig 9fad)= fid;t gegen uuf’re Sd;wad)beit. 2)iefe guäbige 9!ad;fid;t ©ottes ift: Sünbenoergebung. 3d; roitt ihnen ffrift 'geben -120 3abre! 1 3Kofe 6, 3. ©näbig unb barmherzig ift ber §err, gebulbig unb oon großer ©iite. $falm 145, 8. 115. Son wem főimen wir atfo bie Sergebung unferer ©ültben erwarten ? SDte Vergebung nuferer Sünben föuuen unb foltén wir atfo nur oon ©ott allein erwarten, ©r, ber bas Sitten; gefeb gefcfjaffen, fann uns allein oon ber Strafe befreien, welc|e wir bitrcfj llebertretung bes ©efefseä oerbient haben. 3n Skjug auf biefe ffrage befteht wieber ein Unter* f d; i e b groifdljen ben ííat(;olifen unb ißroteftanten. SDie Satljolifen behaupten nämtid;, baff bie Sünbeoerge» bung auch burd; bie ^ßriefter ertheilt werben iönne, baher finb alle ©laubigen gehalten ihre Sünben bem ißriefter ju befennen ober beidjten: ber ißriefter aber legt bem Sünber allerlei Vufjübungen, .§erfagen oon mehreren ©ebeten auf, worauf ber Sünber oon feinen Sünben loSgefprodjen wirb. ®iefe Sírt ber Sünbenoergebung hatte if;re Slutljochjeit inSbefonbere im 16. 3al;U;unbert; als man um ©elb bie Slbl'afsjettel oerlaufte, burd) weld;e man feine Sünben los wer* ben fonnte unb zwar nid;t nur für bie Vergangenheit, fonbern auch für bie ,3ufunft, «nb biefer Dfigbraudj war befanntlid) einer ber triftigften ©rünbe jum Slnfange ber Deformation.