Ferenc József: Kleiner Unitarier-Spiegel. Kurzer inbegriff der geschichte, der dogmen, der kirchenverfassung und der ceremonien der unitarier-kirche (Bécs, 1879)
IV. Ceremonien - 6. Geistlicherinstallation, Kirchenweihe und Synodalfeierlichkeiten
82 Unitarier Spiegel. „nur dasz derselbe zum Wachsthume und zum Gedeihen der „mit Milde gepaarten himmlischen Gerechtigkeit sei.“ — „Ich werde Jenen, die unsere Religions-Gemeinde mir „aus Gottes Gnaden zu Oberen eingesetzet hat, dem Sinne „der Kirchen-Gesetze gemäsz , ohne Säumen , ohne Murren „und ohne Widerspenstigkeit gehorchen und werde mich aus „vollen Kräften dei ’ Art fügen, dasz ich mein Amt gewissen„haft, mit wahrem Glauben, mit reiner Liebe endend, eins„tens würdig erkannt werde zu vernehmen unseres Herrn „Spruch: „Gut ist es mein guter und getreuer Die„ner; im Kleinen wärest Du mir treu, — mehr „noch will ich Dir von nun an an vertrauen“. So „helfe mir Gott und verleihe mir mein Seelenheil!!!“ Nach Ablegung des Eides treten die aufzuweihenden Geistlichen einzeln vor — werden durch den Bischof und durch die Dechanten einem Ringe gleich umgeben — und knien nieder, während der Bischof und die Dechanten ihre Hände auf eines Jeden Haupt legen und verlesen über jeden Einzelnen — aus dem zu diesem Behufe ferfaszten Buche ein kurzes Gebet.— Nachdem diesz geschehen ist, vertheilt der Bischof Jedem der neuen Geistlichen das Geistlichkeits- Diplom, welches früherer Zeit in lateinischer— und nur in neuerer Zeit in ungarischer Sprache ausgefertiget — folgend lautet : „Wir, Bischof der christlichen Unitarier-Kirche im Kö„nigreiche Ungarn, so auch Dechanten der Kirchenbezirke „und die übrigen ordentlichen Glieder des Synodal-Ober - „consistoriums eröffnen anmit Allen, denen es gebührt— „dasz wir den Vorzeiger dieser unserer Schrift, unseren „Bruder in dem HERRN, den würdigen Herrn N.N. nach„dem wir unter feierlichen Ceremonien für ihn von Gott, „als dem Borne des Lichtes, des heiligen Geistes Ge„ schenk, unter Auflegung unserer Hände an dessen Haupt „zum heiligen Dienste des Gottes-Wortes gesetzlich und „feierlich entsendet, ermächtiget und befugt haben, auf „dasz er sämtlich, dem geistlichen Amte zu kommenden „heiligen Handlungen, Rechte und Pflichten ausübe und „erfülle, so auch die Wahrheiten der christlichen Religion „in seinem Geiste und in jener Richtung lehre, erkläre