Ferenc József: Kleiner Unitarier-Spiegel. Kurzer inbegriff der geschichte, der dogmen, der kirchenverfassung und der ceremonien der unitarier-kirche (Bécs, 1879)
IV. Ceremonien
Ceremonien. 65 heiten der Volks—der Mittel—und der Hauptschulen beobachtete und bezüglich derselben Anträge und Lehrpläne anfertigte — ja im Vege des Kirchen-Oberconsistoriums auch geltend gemacht hat; mit Hilfe dieser konnte sich die Kirche ohne aller Schwieriegkeit in die Erfordernisse der neuen Landesgesetze hinein finden— und würden es ihre materiellen Kräfte gestatten, so könnte sieden gesetzl.Anfordernissen auch im vollesten Masse entsprechen. — Wir sind tief von der Wahrheit durchdrungen: „Es vergehet das Volk, welches ohne Wissenschaft da steht“. IV. Ceremonien, Die Ceremonien der Unitarier-Kirche — im Allgemeinen durch hohe Einfachheit gekennzeichnet— haben das Nähren frommen und sittlichen Lebens und die Beförderung geistiger Bildung zum Zwecke. — Die Kirchen — als Orte des öffentlichen Gottesdienstes — sind weder mit Bildern noch mit Statuen geschmückt ; auch keine Ahnenschilder pflegt man an ihre Wände zuhängen. — In denselben gibt es keine Altäre und keine Kerzenlichter. — Ihre höchste Zierde ist die Kanzel mit der Bibel — gleichsam jene geistige Lichteshelle andeutend, deren Verbreitung die Unitarier-Kirche sich zur Aufgabe und zur Pflicht gestellt hat. Im Kirchen-Ringe steht ein Tisch zur Austheilung des Abendmahles des Herrn an den dazu bestimmten Tagen.— Einige Zeit hindurch waren die Unitarier selbst der Orgel abhold ; ja sie gestatteten die Aufstellung derselben in ihren Kirchen am Anfänge dieses Jahrhundertes noch nur in jenen Fällen, wo die dazu erforderlichen Kosten von Privaten — ohne irgend eine Belastung des kirchlichen Gemeinvermögens — beigesteuert wurden. In neuerer Zeit indesz hat die Antipathie wider die Orgeln völlig aufgehört, und és bedie- Unitarier Spiegel. 5