The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)
1958-10-01 / 1. szám
Das Kádár-Régime begründete den Táncsics-Klub, der jedoch aufgelöst wurde, weil er den in ihn gesetzten Erwartungen nicht entsprach. Während seiner kurzen Lebensdauer fanden einige Diskussionen über die Probleme der Jugend und der Erziehung im allgemeinen statt. Bei einem Anlaß sprach Joszef Szarka, Abteilungsleiter des Wissenschaftlichen Pädagogischen Institutes, in sehr gemäßigter Tonart. Magyarország vom 2. Oktober 1957 : «Er betonte, daß unsere Studenten zum richtigen Verständnis der Demokratie geführt werden müssen; sie sollen einsehen, daß der Nationalismus geduldig, aber hartnäckig bekämpft werden soll, und eine größere Achtung für die industrielle und landwirtschaftliche Produktion geboten ist.» Sándor Lukács, Leiter der Pädagogen-Gewerkschaft, schrieb 1957 in der Februarausgabe von Köznevelés (öffentliche Erziehung) einen Artikel, in welchem er die Schuld für die «Deviation» der Studenten dem Rákosi-Régime zuschreibt und dann seiner Übereinstimmung mit der Diskussion des Petöfi-Klubs über die öffentliche Erziehung unmittelbar vor der Revolution und der ausgesprochen antistalinistischen Stellungnahme der Pädagogenkonferenz von Balatonfured Ausdruck verleiht. Mehrere der Professoren und Lehrer, die prorevolutionäre Sympathien an den Tag legten, wurden nach der Revolution von ihren Stellungen entfernt oder auf irgendeine Weise in eine tiefere Kategorie eingestellt. Jedoch begnügte sich das Régime oft, besonders bei prominenten und unersetzlichen Wissenschaftlern, mit einer Selbstkritik. Auch emigrierten nach der Revolution mehr als 80 Lehrer, Instruktoren und Dozenten der technologischen und agronomischen Fächer sowie auch der Naturwissenschaften. Interessant ist die Feststellung, daß mehrere Dozenten für Marxismus wegen ihrer prorevolutionären Haltung gemaßregelt werden mußten. So schreibt zum Beispiel Magyarorzág am 8. Mai 1957: «András Kürti, dem früheren Vorsteher des Lenin-Instituts, wurde die Mitgliedschaft in der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei nicht verliehen, weil er sich während der Oktober-Ereignisse nicht als zuverlässiger Kommunist erwiesen hat. Er akzeptierte im Gegenteil rasch die bürgerliche Restauration sowie auch parteifeindliche und antileninistische Ansichten. Und - was noch mehr ist - nach dem 10. November schlug er in einer illegalen Versammlung des revolutionären Komitees die Gründung