Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 21/1-4. (Budapest, 1898)
1-2. szám
DECAPODENFAUNA D. TJNG. TERTIÄRS. 87 er seinerzeit geneigt war alle Arten dieses Genus für Varietäten einer einzigen Art anzusehen. In dem Stuttgarter Museum befindet sich eine undeterminirte Xanthopsia aus Gründen (S.-lich von Kempten, SW.-Bayern), welche meiner auf Tab. VI, Fig. la dargestellten Form sehr nahe steht, da der Vorderseitenrand ungezähnt ist und sich nur an seinem hinteren Ende zwei Tuberkel finden ; doch ist die Hand oben, abweichend von Rittneri, mit Tuberkeln, resp. Stacheln geschmückt. Als diese meine Art schon beschrieben war, erhielt ich das grosse Werk HERMANN ABICH'S : «Geologie des armenischen Hochlandes, I. Westhälfte» (1882), worin auf p. 299 Harpactocarcinus achalzicus BITTN. beschrieben und ein mangelhaftes Exemplar auf Tab. V abgebildet ist. Nachdem der Vorderseitenrand zahnlos ist, erinnert diese Form sehr an X. Rittneri. Diese Form ist jedoch mangelhaft und nachdem auch die Zeichnungen selten fehlerlos sind, sandte ich meine Exemplare Herrn Staatssectionsgeologen BITTNER nach Wien, mit der Bitte, dieselben mit den Originalia vergleichen und mir seine Bemerkungen hierüber mittheilen zu wollen. Aus dem Briefe Herrn BITTNER'S kann ich folgende Zeilen citiren : «Dieselben sind bestimmt verschieden von H. achalzicus, da derselbe eine anscheinend glatte, gewiss aber nicht so grobgrubig punkt. Oberfläche besitzt und ausserdem ein ganz verschieden gebautes Sternum hat; dasselbe ist verhältnissmässig breiter und kürzer, die vorderen Platten sind anders gestaltet und die mittlere Rinne reicht nicht so weit nach vorn, wie bei Ihrer Xanthopsis. » Fundort : Ich fand in Piszke (Com. Esztergom) östlich von dem Dorfe, in dem Bahneinschnitt an dem Donauufer, in Gesellschaft des zu Hunderten vorkommenden Harpactocarcinus punctulatus, vier verschieden entwickelte Exemplare dieser Art. Besonderes Interesse gewinnt dieser Fundort dadurch, dass Xanthopsis bisher nur aus England, Frankreich und Deutschland bekannt war, Harp, punctulatus dagegen nur aus Italien, Spanien und Istrien, sie daher als vicarirende Arten der tertiären Fauna galten. Das Piszkeer Vorkommen ändert diese Ansicht, da hier beide Arten zusammen vorkommen, zum Zeichsn dessen, dass hier im westlichen Theile Ungarns sich die nordwestlichen und südwestlichen europäischen Typen treffen und vermischen, was aus der geographischen Lage Ungarns leicht erklärlich ist. III. Oberes Olitjocän. Aquitonische Stufe. 1. Coeloma sp. ind. Eine der interessantesten Gattungen der west- und südwest-europäischen Oligocän- und Eocänformationen ist Coeloma . welche zwar auch