Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 20/1-4. (Budapest, 1897)
1-2. szám
22 überzeugen, kann er jederzeit kühn auf seine Wahrheiten schwören. Man missverstehe mich nicht. Ich behaupte nicht, dass das Sammeln von derlei biologischen Daten nutzlose Mühe sei. Ich selber notire fleissig jeden Umstand, welchen ich der Beachtung werth halte, und führe über die beobachteten Arten einen Zettel-Katalog; allein ich sende diese Aufzeichnungen jetzt noch nicht heim, bis nicht das Sieb der Erfahrung sie von den dazwischen gerathenen Samen des Unkrauts gereinigt hat. Auch in der Mittheilung von Vogelstimmen verfuhr ich sehr sparsam ; denn mein Glaube an den W 7erth derselben wurde sehr erschüttert, als ich wahrnehmen musste, dass ich nach den von FENICHEL aufgezeichneten Vogelstimmen nicht einen, aber auch nicht einen einzigen Vogel zu erkennen im Stande war! Die Aufzeichnung der autochtlionen Vogelnamen ist bei Nr. 67—132 unterblieben. Zu jener Zeit übersiedelte ich auf die Kutter-Insel, welche die Eingeborenen nicht betreten durften. Ich hatte zwar vor, die Unbenannten gelegentlich nach Graget oder Siar mitzunehmen ; allein ich fand keine Zeit dazu, auch wollte ich die Absendung der Bälge nicht verzögern. Das Erfahren der autochtlionen Namen ist jederzeit mit Schwierigkeiten verbunden. Um sich verständlicher zu machen, sagt der Eingeborene nie den Namen, welchen der Vogel in seiner Sprache führt, sondern eine Bezeichnung, von welcher er voraussetzt, dass der Europäer sie leichter verstehen werde, vielleicht gerade die von den Arbeitern gebrauchte Benennung. So wurde auch FENICHEL mit einigen Namen irregeführt, u. z. speciell mit dem Namen des Paradiesvogels und der Krontaube, was ich hiemit rectificire. Ich muss vorausschicken, dass die zumeist aus Arbeitern der Bismarck- oder Salamon-Inseln promovirten Schiessjunge wenigstens jene Vögel, welche gejagt werden, anders nennen als die Eingeborenen. Ist der Vogel auch bei ihnen heimisch, so gebrauchen sie den mitgebrachten Namen, im andern Falle geben sie ihm einen analogen Namen. Die Eingeborenen lernen diesen Namen sehr rasch, und wenn ein Europäer nach dem Namen eines Vogels frägt, sagen sie immer zuerst jenen. Aus diesem Grund bezeichnete FENICHEL die zwei gesuchtesten Vögel irrig ; nämlich den Paradiesvogel als «Gomul », die Krontaube aber als «Coria». Beide Benennungen sind von einem Orte importirt, wo diese Vögel gar nicht vorkommen, nämlich von den Bismarck-Inseln. Dort nennt man den Raben «Kumul » oder « Komul »; mit «Coria » aber wird dort, wie ich vernehme, der schopfige Hahn bezeichnet. (Wenn es nicht etwa die Corruption des neu-guineischen Namens «Gura » ist.) Bisher habe ich, aus eigener Erfahrung, dreierlei autochthone Namen des Paradiesvogels (immer Paraclisea minor verstanden) erfahren. In der Umgebung von Friedrich-Wilhelmshafen (in den Dörfern Graget, Beliaó, Siar, Jomba und Sathlagás) heisst