Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 18/1-4. (Budapest, 1895)

1-2. szám

sehen Blätter» sind, wie dies ZIGNO sagt, sondern die Enden (Bänder) der die Schalen der Austern bildenden grossen Schalenblättchen, die nach Schuppenart auf einander gelagert sind. Diese Schalenblättchen sind rundherum durchaus charakteristisch ausgebildet — bei meinem kleineren Exemplare ebenso wie bei dem grösseren, wo auf der Fig. 2 im oberen Theile derselben sowohl die runden Linien, als auch Endspitzen der ein­zelnen Plättchen recht gut ersichtlich sind. GÜMBEL bemerkt in seiner Abhandlung aus dem Jahre 1890 ganz richtig, dass die kalkige, wellig­blätterige Structur der äusseren Schalenoberfläche auf eine Muschel schliessen lässt. Auch solche Schalenblättchen entstehen aus mehreren dünnen Blättchen, wie das sowohl hier, als auch bei allen anderen, dem Einflüsse der Athmosphserilien ausgesetzten Qstreacçen recht gut ersichtlich ist, dies also keineswegs eine Längsstreifung der Blätter ist, wie dies ETTINGSHAUSEN und ZIGNO glaubten. Dass diese für Blätter gehaltenen Theile thatsächlich Querschnitte der die ganze Schalenfläche entlang dahin­ziehenden Schalenblättchen sind, die die Bandgrube umgeben, beweist auch diejenige Behauptung ZIGNO'S in einem 1871 an HAUER gerichteten Briefe, dass er nämlich auch abgelöste Blätter fand, die den Stamm, (die Bandgrube) mit ihrer Basis umspannten. Das sich zwischen den einzelnen Schalenblättchen befindliche Kitt- oder Füll-Material besteht immer aus einem etwas loserem Gewebe, als das Schalenblättchen selber, daher kommt es sodann, dass im Querschnitte zweierlei Schichten mit einander abwechseln, wie dies auch ZIGNO als wichtige Pflanzeneigenschaft hervor­hebt. ZIGNO besagt auch, dass an den norditalieniSchen Kirchen im Gebrauche befindlichen dunkelfarbigen Marmorplatten die weissen Adern derselben organischen Ursprunges sind, und dies überall dort ersichtlich wird, wo die atmosphärischen Einflüsse den Calcit (Marmor) zur Ver­witterung brachten. Diese Beobachtung spricht bloss dafür, dass wir es dort gleichfalls mit Austern zu thun haben ; der zwischen den einzelnen Schalenplatten befindliche Füllstoff ist nämlich viel lockerer, als das Material der Schalenplättchen, kann daher dem verwitternden Einflüsse der Athmosphäre und des Wassers viel weniger Widerstand entgegen­setzen, wird also ausgelaugt, wodurch dann die Schalenplättchen hervor­stehend werden. Dies bewirkt die starke Kerbung (Strichelung) der Ober­fläche, nicht aber die pflanzliche Structur. Dass man es mit keiner kalkausscheidenden Alge zu thun hat, ist natürlich, wie dies auch schon GÜMBEL selbst einsah, da nicht die Art und Weise der Petrification die Ursache dessen ist, dass die Pflanzenzellen nicht ersichtlich sind, sondern der Umstand, dass wir es mit thierischen Schalen zu thun haben, wo Zellen überhaupt nicht existieren können, denn w r äre es eine Alge, so könnte man die Zellen viel besser sehen, als an Lüho­tamnium, das ein viel schwächeres Gefüge besitzt. .

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