Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 18/1-4. (Budapest, 1895)

1-2. szám

palœontologische Abtheilung der obenerwähnten Sammlung eingetheilt. Ich theile nun bezüglich dieser beiden Exemplare die Notizen weiland Prof. MAX HANTKEN DE PRUDNIK mit, der dieselben, wie es scheint, behufs Veröffentlichung abzeichnen Hess, denn ich fand in seinem Nachlass ein fragmentarisches Manuscript, dass ich wortgetreu nachfolgen lasse. «Lithiotis cretacea, eine neue Pflanzenspecies aus der Kreide-Periode. Wie ich schon in meinem Werke: «Die Kohlenflötze und der Kohlen­bergbau in den Ländern der ungarischen Krone» auf Pag. 164 bemerkte, theilt sich in der Gegend von Úrkút und Ajka das System aus der Kreide­Periode in mehrere Sectionen, deren jede durch eine eigentümliche Fauna scharf charakterisiert ist. — In der Gegend von Ajka lassen sich drei Hauptabtheilungen unterscheiden, und zwar eine unterste marine, die zumeist aus Kalkstein besteht, eine mittlere, die ausschliesslich aus Süss­wasser — und brackigem Wasser abgesetzten Mergel- und Kohlenflötzen — und eine obere Hauptabtheilung, die ausschliesslich marine Mergel und Kalksteine enthält. Die unterste Hauptabtheilung zerfällt ebenfalls in drei Horizonte, und zwar sind die unmittelbar unter den Steinkohlen von Ajka auftretenden Kalksteinschichten besonders durch Gasteropoden charakte­risirt, von welchen besonders eine Globiconcha-Species (Globiconcha baconica HANTK.) sehr häufig auftritt. Unter diesem durch Globiconcha baconica charakterisierten Kalksteine ist eine (zweite) Kalksteinschichte entwickelt, die in ziemlich beträchtlichen Mengen eigentbümliche Reste enthält, bezüglich deren Natur ich nicht im Reinen war. In meiner oben erwähnten Arbeit habe ich nun angeführt, dass dies Bruchstücke grosser Muscheln, wahrscheinlich Ueberreste von Budisten sind, hinzufügend, dass dieselben dem Aussehen der oberen Schalenflächen nach, überaus dem ((Radiolites canabiculatus» gleichen. Seither gelang es mir gelegentlich von an der Fundstätte fortgesetz­ten Nachforschungen einige Exemplare der fraglichen Ueberreste aufzu­finden, deren intacter Erhaltungs-Zustand mich davon überzeugte, dass diese Petrefacten unmöglich Rudisten sind. Trotzdem ich nun zur Bestim­mung der eigentlichen Natur dieser fraglichen organischen Ueberreste keinerlei sichere Basis gewinnen konnte:, erwiesen mir dieselben dennoch einen grossen Dienst, da, als ich im Jahre 1881 die reichhaltige Petrefacten­Sammluug des Br. ZIGNO besichtigte, ich nur mit Hirer Hilfe im Stande war mich davon zu überzeugen, dass die in Bede stehenden Ajkaer Petrefacten zu denselben organischen Körpern gehören, wie die in der Petrefacten-Sammlung des Br. Zigno unter der Benennung «Lithiotis problematica)) gehüteten Petre facte.

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