Schmidt Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 16/1-4. (Budapest, 1893)
1-2. szám
IV. Ord. Scirtopoda. (Freischwimmende, mit Gliedmassenförrnige Anhänge, und bewimpertem Fuss.) 20. Fam. Pedalionidse. Dass jedoch auch dieses System nicht vollkommen einer natürlichen Gruppirung entspricht und nicht auf inneren Organisationsverhältnissen beruht, erkennt man sogleich, wenn man überlegt, dass z. B. die Familie Aspilanchnidae mit solchen anderen Gruppen verbunden wird, welche Darm und After besitzen ; die Triarlhrideen, deren Arten am Körper bewegliche Anhänge haben, sind vollkommen abgesondert von den Pedalionideen, die doch ebenfalls solche Anhänge zeigen und so kommt die erste Familie in die Ordnung Ploima, die zweite aber in die Ordnung Scirtopoda. Wenn ich nun die neue Art Cypridicola parasitica nach den Principien von HUDSON und GOSSE in deren System einfügen wollte, müsste ich dieselbe, trotz der grossen anatomischen Verschiedenheiten, in die Ordnung Ploima zwischen die Familie Hydatinidae und Notommatidae setzen. L. PLATE verfolgt ganz andere Principien bei der Beurtheilung der einzelnen Gruppen. Er erkannte richtig die fundamentalen Unterschiede, welche sich in den weiblichen Geschlechtsorganen sowohl in Anordnung, als Gliederung und Zahl bei verschiedenen Gruppen der Botatorien bieten und welche er in seiner im Jahre 1886 erschienenen Arbeit «Untersuchungen einiger an den Kiemenblätter des Gammarus pulex lebenden Ektoparasiten» veröffentlicht. Diese Unterschiede benützte er als massgebende Merkmale bei der Eintheilung der Botatorien und stellte folgende zwei Gruppen auf: 1. Aductifera, mit paarigem, das heisst an jeder Seite des Körpers gelegenem je einem Ovarium, aber ohne Eileiter; %Ductifera, mit einem unter dem Darmkanal gelegenem unpaaren Ovarium, welches sich in einem Eileiter fortsetzt. Trotzdem er diese beiden Gruppen mit einander eingehend vergleicht, gibt er doch kein detaillirtes System, sondern erwähnt nur, dass in die erste Gruppe die Philodineen, in die zweite alle übrigen Botatorien gehören. Später, im Jahre 1891, also nach dem Erscheinen des grossen Werkes von FIuDSON u. GOSSE befasst sich L. PLATE in «Die Thier- u. Pflanzenwelt des Süsswassers» von ZACHARIAS herausgegeben, Seite 320—321, mit dem System der Botatorien. Auch hier gründet die Eintheilung der Botatorien auf die Verschiedenheit der weiblichen Geschlechtsorgane, aber abweichend nennt er nun die beiden Gruppen Digononta und Monogononta, deren erste durch zwei seitliche, deren zweite durch ein unter dem Darmkanal gelegenes Ovarium gekennzeichnet wird. Aber auch hier geht er nicht in das Detail des Systèmes, sondern er gibt nur eine Skizze des Ganzens :