Herman Ottó szerk.: Természetrajzi Füzetek 3/1-4. (Budapest, 1879)

1. szám

36 pert sind, trennte. 1 Die dicht stehenden Cilién sind längs der Streifen angeordnet, wovon man sich an Exemplaren, welche im eintrocknenden Tropfen durch das Deckgläschen etwas widernatürlich flachgedrückt wurden, sehr gut überzeugen kann. Ausser diesen, die Locomotion beför­dernden feinen Cilién, wird der linke Rand des Rüssels von einer Reihe längerer und stärkerer Cilién eingesäumt, welche an die adoralen Wimpern der Aspidiscinen, Euplotinen und Oxytrichinen erinnern und von welchen eine jede in einer kleinen Vertiefung sitzt, wodurch die linke Seite des Rüssels nett gekerbt erscheint, was übrigens auch bei anderen Litonotus­Arten vorkommt. Diese stärkeren Cilién, oder vielmehr Borsten, welche bei Litonotus folium (— Dileptus folium, Duj.) schon DUJARDIN erkannte und in ihrer Gesammtheit recht charakteristisch eine Mähne nannte —­«Une rangée de cils plus forts, en criniére» — 2, verschwinden nach rück­wärts allmälig und dienen zumeist um einen Strudel zu erzeugen, welcher das Wasser längs des linken Randes gegen die Spitze des Rüssels treibt ; ausserdem befördert aber das kräftige Wirbeln dieser Mähne auch noch die Achsendrehung des Körpers. Im freien Tropfen schwimmt der Litonotus grandis unter fortwäh­renden Achsendrehungen ziemlich schnell, zumeist sieht man ihn aber nach der Art anderer Hypotrichen herumkriechen ; unter dem Deck­gläschen ist auch wohl diese Art seiner Locomotion zu beobachten. Wie andere Litonotus-Arten, so vermag auch der L. grandis seine Form insofern zu verändern, dass er sich bald contrahirt, bald in die Länge dehnt. Wenn man diese Form Veränderungen aufmerksam beo­bachtet, kann man mit einer, jeden Zweifel ausschliessenden Sicherheit constatiren, dass der Sitz der Contractilität im körnerfreien, glasartig hyalinen Tlieile des Protoplasma zu suchen ist, während sich der körnchen­führende Theil bei den Contractionen ganz passiv verhält ; so zeichnet sich namentlich der durchaus hyaline Rüssel durch ganz besondere Mobilität und Contractilität aus. Dieses Factum ist meiner Ansicht nach von keinem untergeordneten Werthe, da es als Fingerzeig dienen kann bei dessen Ent­scheidung, ob bei den Contractionen solcher Infusorien, welche deutlich differenzirte Myophan-Streifen besitzen, wie etwa die Stentoren und Spi­rostomen, den breiteren körnchenführenden Protoplasmabändern, oder aber den schmäleren hyalinen Streifen eine active Rolle zukommt '? Bekann­terweise machte schon EHRENBERG der contractilen Elemente der Vorti­cellen und Stentoren Erwähnung 3; er betrachtet die körnchenführenden Bänder als Muskeln, deren Thätigkeit er mit der der Cilién in Verbindung bringt, von welcher Auffassung heutzutage natürlich keine Rede mehr sein 1 Die mit Nummern bezeichneten Citate, sowie auch die Abbildungen sind im ungarischen Text nachzusehen. (Diese Zeitsehr. II. Bd. 4. Heft 1878.).

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