Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

118 abziehen lassen. Nach unten zu enfernte ich die entzündlich verdickte Schleimhaut der Siebbeinhöhle mit dem scharfen Löffel. Als ich eine an der cerebralen Stirnhöhlenwand lose hängende Knochenplatte abzog, lag die pulsierende Dura mater in der Ausdehnung eines Zwanzighellerstückes frei vor; es entleerte sich aber auch gleichzeitig Liquor cerebrospinalis. Die Dura war offenbar eingerissen. Ich tamponierte sofort mit Jodoformgaze und legte einen aseptischen Verband an. Patient vertrug den Unfall gut. Als ich nach 8 Tagen den Jodoform­tampon endgiltig entfernte, war die ganze Höhle samt der freiliegenden Dura von gesunden Granulationen bedeckt. In Chloroformnarkose zog ich die Wundränder ohne vorherige An­frischung — nachdem ein Jodoformgazestreifen vorher zur Nase heraus­geleitet wurde — mit einigen Silkwormnähten zusammen. Es erfolgte in kurzer Zeit vollständige Heilung. Der Stirnhöhle entsprechend massige Einziehung der Weichteile. II. H. A., 24jähriger Bauer. Wurde am 6. April 1908 auf die Uni­versitäts-Augenklinik Nr. I aufgenommen. Patient bemerkt seit 3 Monaten im linken inneren Augenwinkel eine Geschwulst, welche ziemlich rasch wuchs. Hat oft Schnupfen mit reichlicher Absonderung. Seit der Kindheit beiderseitiger Ohrenfluss. Im linken inneren Augenwinkel, unterhalb des Orbitalrandes, über dem inneren Lidbande eine etwa halbnussgrosse, scharf begrenzte, von intakter Haut bedeckte, fluktuierende, auf Druck unempfindliche und sich nicht verkleinernde Geschwulst. Die Lidspalte ist verengt, der Bulbus nach vorne, aussen und unten verdrängt. Protrusion 4 mm. Fundus normal. Visus r. = 5/s, 1. hh -j- 0‘5 D v = 5/s? Rechte Nasenhöhle normal. Links ist die mittlere Muschel geschwellt, an die Nasenscheidewand angedrängt. Im mittleren Nasengange ist die Schleimhaut ödematös, verdickt, wenig schleimig-eitriges Sekret. Diagnose: Mukokele sin. frontal, lat. sin. Die in Chloroformnarkose ausgeführte Operation bestätigte dia Diagnose. Bogenschnitt nach Killian. Stirnhöhle und Siebbeinzellen bilden eine einzige, grosse, glattwandige Höhle, welche mit dickem, schleimigem Sekret erfüllt ist. Der Boden der Stirnhöhle, so auch die cerebrale Wand und die Lamina papyracea des Siebbeines fehlen beinahe ganz. Die pul­sierende Dura und der Orbitalinhalt liegen frei. Unten schliesst die glatte, blasse Schleimhaut, über die Mündung der Stirnhöhle hinwegziehend, diese gänzlich von der Nasenhöhle ab. Der membranöse Verschluss lässt sich leicht durchstossen. Nachdem ich die vordere Stirnhöhlenwand mit Belassung einer Orbitalspange wegmeisselte und einen Jodoformgazestreifen zur Nase herausleitete, vernähte ich die äussere Wunde. Die Heilung wurde durch Nahteiterung ein wenig verzögert. Nachträglich entfernte ich noch den vorderen Teil der mittleren Muschel, wodurch ein breiter Zugang zur Stirn-Siebbeinhöhle geschaffen wurde. Die Heilung ist seit der verflossenen Zeit (über 1 Jahr) eine vollständige, ohne irgend eines sichtbaren Sekrets in der Nasenhöhle. III. Frau Sz. J., 54jährige Witwe. Meldete sich im Juli 1908. Patientin litt immer an lästiger Trockenheit der Nasenrachenhöhle. Seit einigen Monaten Schmerzen in der rechten Stirnhöhlengegend. Seit 3 Wochen im rechten inneren Augenwinkel eine Vorwölbung, welche das Auge ein wenig verdrängt.

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