Századok – 1966

A Magyar Történelmi Társulat és a Századok múltjából - Glatz Ferenc: Kísérlet történelmi folyóirat indítására 1865-ben 1278

KÍSÉRLET TÖRTÉNELMI FOLYÓIRAT INDÍTÁSÁRA 1865-BEN 1291 .Tisztelt pályatársainknak ismeretlenül is üdvözletimet!"* Eredeti kéziratos levél. MTAK Kézirattár. Ráth Károly levelezése II. köt. Magyar Irodalmi Levelezés 4—r. 163. 4. Pest. 1865. április 5. A pest-budai rendőrfőkapitányság felterjesztése a Helytartótanács elnökségéhez, melyben javasolja a Századok megjelenésének engedélyezését, de fontosnak tartja megszabott feltételekhez kötni azt. Kais. König. Polizei Direktion, Ofen-Pest Zahl 914/Pr. Hohes Präsidium der königl. ung. Statthalterei! In Befolgung des hohen Erlasses vom 21. v. M. Zahl 1457/eln. betreffend das im Anschlüsse rückfolgende Gesuch des Friedrich Pesty um Bewilligung zur Herausgabe und Redaktion einer neuen Zeitschrift, erlaubt man sich einem hohen Präsidium Nachstehen­des gehorsamst zu berichten: Die Zeitschrift um deren Concessionierung Bittsteller ansucht, soll den Titel „Századok" führen, monatlich dreimal in ungarischer Sprache in Pest erscheinen, und laut des nachtraglich beigebrachten und im Anschlüsse mitfolgenden Programmes wissen­schaftliche Artikel aus dem Bereiche der Geschichte, Geographie, Literatur, Heraldik, Archeologie, Chronologie etc enthalten, und würde daher als in die Kathegorie der wissen­schaftlichen Fachblätter gehörend, weder einer Caution, noch der Stempelpflicht unter­liegen. Der Bittsteller Friedrich Pesty, welcher die Redaktion und auch den Verlag der in Redestehenden Zeitschrift führen will, ist aus Temesvár gebürtig, 42 Jahre alt, katholi­scher Religion, verheiratet, seit dem Monat September v. J. als Sekretär bei der hiesigen 1-ten ungarischen Gewerbebank bedienstet, und in Pest Theresienstadt Königgasse Nr. 47 wohnhaft. Bis zum Monat September v. J. hat Pesty sich grössten Theils in Temesvár auf­gehalten, und da aus diesem Anlasse dessen Vorleben hieramt wenig bekannt war, hat man sich Berufs Erlangung der bezüglichen Auskünfte an die к. k. Polizeidirektion in Temesvár gewendet, von wo unterm 28. v. M. Zahl 95/pr. die in der Nebenlage abschrift­lich mitfolgende Mittheilung eingelangt ist. Nach dieser Mittheilung hat Bittsteller schon im Jahre 1860 mit der Herausgabe und Redaktion einer belletristischen und Gewerbe­zeitschrift, betitelt „Delejtű", in Temesvár sich befasst, bei dieser Gelegenheit jedoch wegen Überschreitung des Programmes, und wegen Verfolgung einer regierungsfeindlichen Tendenz, sich vielfache Verwarnungen und selbst seine Internierung nach Josefstadt zugezogen." Die Befähigung zur Leitung eines belletristischen Unternehmens im Sinne des § 12. der Presseordnung kann dem Gesuchtsteller nicht abgesprochen werden. Überhaupt lässt sich gegen das Unternehmen selbst in presspolizeilicher Beziegung ein gesetzlich begründeter Anstand nicht erheben, mit Rücksicht auf die gegenwärtigen politischen Verhältnissen drängt sich jedoch die Besorgniss auf, ob es in der Ansicht des Gesuehstellers liegt, eine regierungsfreundliche Tendenz einzuhalten, und er bei der Be­handlung der Geschichte einen Weg einschlagen wird, der nicht auf das Gebiet der Politik streift, wobei durch eine mindersorgfältige Wahl der historischen Daten, so wie durch eine planmässige Darstellung mittelst Combinationen und Vergleichungen die Absichten der Regierung wesentlich durchkreuzt werden können. Ob nun bei diesem Sachverhalte das vorliegende Gesuch einer Berücksichtigung würdig erscheint, muss man dem hohen Ermessen eines hohen Präsidiums anheimstellen, nur erlaubt man sich zu bemerken, dass im Falle der Gewährung desselben in der bezüg­lichen Concession dem Concessionär ausdrücklich zu bedeuten wäre, dass er in seinem * A lapszélen olvasható mondat " Mind Pesty kérvényére az eredeti programmal, mind a temesvári kapitányság jelentésének tartalmára csak következtetni tudunk. Vö. a 39. sz. jegyzettel.

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