Századok – 1935

Szemle - Hajdu János: Megjegyzések Imre Sándor bírálatára 128

If. SZÁZADOK, 1934. 1 X. Kring, Nikolaus über Huizinga, J. : Herbst des Mittelalters. (S. 345.) — Das Buch ist wie eine Bildergalerie, in der in geschmack­voller Gruppierung eine Reihe meisterhafter Bilder zu finden sind, die Szenen aus dem spätmittelalterlichen Frankreich und den Niederlanden darstellen. Eine methodische Einwendung können wir jedoch nicht unterdrücken. Wenn man in einem Zeitabschnitt nur nach den charakteristischen Zügen einer sterbenden oder einer neuentstehenden Kultur sucht, so wird das so gewonnene Bild vielleicht an Schärfe gewinnen, es muss aber andrerseits einseitig werden. Es heisst unbedingt, den Reichtum, die Mannig­faltigkeit des Lebens zu vergewaltigen, wenn man in irgendeiner beliebigen Periode nur die Erscheinungsformen eines vergehenden oder eines aufsteigenden Zeitalters erblickt. Baráth, Tibor über Seignobos, Charles : Histoire sincère de la nation française. (S. 348.) — Tn Deutschland hat unter allen Geisteswissenschaften die Geschichtswissenschaft die zentralste Lage, in Frankreich dagegen die Soziologie. Dies darf man nicht vergessen, wenn man S. richtig beurteilen will. In seinem Geschichts­werk sind die Kapitelaufschriften zur Hälfte dem Begriffskreis der Politik, zur Hälfte dem der Soziologie entnommen. Seine Geschichtsbetrachtung ist typisch französich. Er wertet beinahe ausschliesslich aus soziologischen Geschichtspunkten. Sein Aus­leseprinzip misst denjenigen Ereignissen eine Bedeutung zu, die dauernder Wirkung waren. Er betrachtet es als die vornehmste Aufgabe des Historikers, den kausalen Zusammenhang, die kausale Aufeinanderfolge der Ereignisse zu erforschen. Es ist klar, dass er hierbei keine kontinuierliche Entwicklungslinie geben kann ; über deren Brüche versucht er sich damit hinwegzuhelfen, dass er sich auf den Zufall beruft. Trotz all der Mängel der franzö­sischen Geschichtsschreibung, die bei S. auf eine typische Weise zum Ausdruck kommen, würde sich eine eingehende Unter­suchung ihrer spezifischen Züge doch lohnen : die Betonung des sozialen Elementes würde den hinter dem Schlagwort der Geistes­geschichte bereits übermässig üppig wuchernden Psychismus auf eine wohltuende Weise mildern. Mendöl, Tibor über Schier, Bruno : Hauslandschaf Um und Kulturbeivegungen im östlichen Mitteleuropa. (S. 355.) — In den letzten Jahren ist auf dem Grenzgebiete der Kulturgeschichte und der beschreibenden Ethnographie kaum eine zweite Arbeit erschienen, die in bezug auf den Umfang des bearbeiteten Mate­rials und der bearbeiteten Literatur und auf das Gewicht der Ergebnisse sich mit dem vorliegenden Buche messen könnte. Der Schwerpunkt des Buches liegt in der kritischen Bearbeitung der Literatur über die Hausformen Mittel-, Nord- und Osteuropas. Wir bedauern es nur, dass es das ungarische Haus, abgesehen von einigen beiläufigen, teilweise sogar falschen Bemerkungen gänzlich unberücksichtigt lässt ; die Miteinbeziehung der unga­rischen Hausformen hätte sicher zu einer Reihe neuer Probleme

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