Gindele, Robert: Die Entwicklung der kaiserzeitlichen Siedlungen im Barbaricum im nordwestlichen Gebiet Rumäniens (Satu Mare, 2010)

4. Die Chronologie der Siedlungen

AugenFibel Almgren III.53. Erscheint in Zalău - Bd. Mihai Viteazul in der Wohnung 4a (Abb. 62. 1). Dieser Fibeltyp erscheint im Rahmen der Przeworsk- Kultur in der Gruppe 1 der Frauengräber und ist auf Phase B2 datiert, auf die erste Hälfte des II. Jahrhunderts396. Kunow datierte in einer vor kurzem erschienener Studie den Typ 53- 54 auf das Imperium in der Epoche von Claudius und seltener auf die Epoche von Nero. Im Barbaricum war sie zwischen Rhein und Vistula, und sehr selten in anderen Zonen verbreitet und sehr wahrscheinlich auch hergestellt. Die Datierung für die in der von Barbaren bewohnte Zone wurde für die Pha­sen Bl397vorgeschlagen, aber nach manchen Meinungen erscheinen diese auch in der Zone von der unteren Vistula während des II. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des III. Jahrhunderts.398 Nach der Meinung von I. Stanciu ist es viel wahrscheinlicher, dass diese Fibel die Etappe Cla illustri­­eren, eventuell die Anfangsperiode dieser Etappe399. Leider wurden nur zwei dieser Fibel in bestimmbaren Befunden entdeckt. Im Befund der stark profilierten Fibel Almgren 84 mit Ende im Fussknopf profiliert, mit Wolfzahn am Fuss von Csengersima- Petea wurde die grobe, dakische und germanische handgeformte Kera­mik zu einem Prozent von 64 % entdeckt. Neben dieser Kathegorie ist auch die handgeformte feine, schwär­zliche Keramik anwesend, zu einem Prozent von 9 %, die scheibengedrehte, feine, ziegelfarbene Keramik zu einem Prozent von 10% und die graune zu 17 % . Es gibt Formen, die sich aus der dakischen Sachkultur (Früchtetal) fortsetzen und sehr viele Fragmente von irdenen Krügen. Im Kontext der AugenFibel Almgren III.53. von Zalău - Bd. Mihai Viteazul ist die Keramik fast total romanisiert, es fehlt die feine, schwärzliche, Handgeformte Keramik, und die grobe stellt nur 5 % dar. Die scheibengedrehte Keramik stellt 95 % dar, die Formen nähern sich an die romanische. Die Charakteristika dieser Kontexte sind sehr verschieden, sie ge­hören aber zum Horizont der Kontexte mit fast ausschliesslich nur handgeformter Keramik aus der Periode der Markomannenkriege, daher können sie nur auf frühere Zeiten datiert werden. Eine frühere Datierung als diejenige der Markomannenkriege kann auf die senkrechte Chronologie der Siedlung von Csengersima- Petea gestützt werden, wo die Wohnungengruppe und die Haushaltsnebenräume mit der stark profilierten Fibel, getrennt ist von derjenigen die auf das Horizont der Markomannenkriege datiert ist. Obwohl die Lanzenspitzen im Barbaricum keine chronologische Anhaltspunkte darstellen, können wir behaupten, dass in der Nachbarschaft des Befundes der Fibel von Csengersima- Petea eine Lanzenspitze entdeckt wurde400, die der Form nach ähnlich ist mit einer romanischen Form aus den Burgen der Dacia Porolissenis, von Typ A I 5 nach Gudea 1994401. Wenn man die Sache chronologisch betrachtet, wurde dieser Typ auf die Zeit zwischen 106-118 in den Burgen von, Bucium und Moigrad-Pomet datiert. Die Existenz einer Wohngemeischaft bei Lazuri- Lubi tag vor den Markomannenkriegen kann zusätzlich von einer Fibel Typ Almgren V Seria 10 bestätigt werden (Abb. 62. 13), die mittlerweile in die Kultur von Przeworsk der Phase B2402 datiert wurde. Eine gute Analogie wurde im Grab Nr. 157 in der Nekropole Prze­worsk von Krupice im Ostpolen, datiert in die Phase B2b403 entdeckt. Neben Datierungen, die sich auf Entdeckungen mit chronologischer Sensibilität stützen, wurden auch Datierungsversuche auf stratigrafische Elemente durchgeführt. Eine stratigrafische Situation deutet sehr klar auf die Anwesenheit von zwei Wohnphasen in der Siedlung von Pericei - Str. Gout 764, wo im Jahre 2002, als 396 Godlowski 1970. Abb. 8 397 Kunow 1998, 106-110, Abb. 7. 398 Peskar 1972, 73. 399 Stanciu - Matei 2004, 761. 400 Gindele - Istvánovits 2009,482, Taff. 224, 3 401 Gudea 1994, 81, Abb. 2. 402 Godlowski 1970, 16. 403 laskanis 2005, 179, Taf. XLIII, 2. 130

Next

/
Thumbnails
Contents