Gindele, Robert: Die Entwicklung der kaiserzeitlichen Siedlungen im Barbaricum im nordwestlichen Gebiet Rumäniens (Satu Mare, 2010)

4. Die Chronologie der Siedlungen

4. Die Chronologie der Siedlungen Wenn man die zentraleuropäische geografische Lage von Nord- Westen Rumäniens und der benachberten Zonen, die sich jetzt auf dem Gebiet von Ungarn und der Ukraine befinden, in Betracht zieht, kann man die Kronologie der Römerzeit an die chronologische Systeme dieses geografischen Raums knüpfen385. Das chro­nologische Schema der Römerzeit im Barbaricum wurde aufgrund von Funebralentdeckungen bestimmt, die Anwendung für die Siedlungen wurde noch nicht definitiviert. Im Mitteleuroparaum wurde die Cronologie der Siedlungen aus der frühen Römerzeit im Raum von Moravien386 studiert, diese Perioden werden in den Phasen B1-B2-B2/C1 definiert. Die Verbreitung der dakischen Sachkultur mit Abdrücken in der Spätlatenezeit in dem von uns studi­erten Raum bis zu den dako- römischen Kriegen verzögert den Beginn der imperialen Römerzeit in diesem geografischen Areal bis zum Anfang des II. Jahrhunderts. (Beginn der Phase B2b in der mitteleuropäischen Chronologie). Das heißt, wenn wir uns an die Römerzeit im Nord- Westen Rumäniens und der benachbarten Zonen beziehen, die sich zur Zeit auf dem Gebiet Ungarns und der Ukraine befinden, geht es um die chro­nologische Etappen B2b- C3. Die Periode zwischen dem Beginn des II. Jahrhunderts und der Markomannenkriege. Kräftig profilierte Fibel mit trapezförmigen Fuss (mit Wolfzahnmuster) wurde in Acâş- Râtul lui Maitini387 und Lauri- Lubi tag388 entdeckt (Abb. 62. 9, 10). In Barbaricum von Mitteleuropa konzentriert sich die Ver­breitung dieser Fibel in zwei große Zonen: zwischen den Provinzen Pannónia und Dacia und das Mitteltheiss- Ebene datiert in I. Jh. - Anfang des II. Jh. und in der Barbarenzone nördlich von Carnuntum, datiert auf die Jahrhundretwende der I. und II. Jahrhunderte389. In der Theiss- Zone erschien dieser Typ von Fibel in den Nachbarzonen. In Dacia ist dieser Typ von Fibel bis einschliesslich auf die Periode von Hadrian datiert390. Kräftig profilierte Fibel, Almgren 84 mit profiliertem Fussknopf, mit Wolfzahnmuster am Fuss. Wurde in Csengersima- Petea391 und Lazuri- Lubi tag392 entdeckt (Abb. 62. 11, 12). Almgren 84- Fibel wurden in Dacia auf bis zum dritten Viertel des II. Jahrhunderts datiert, und die Werkstätten funktionierten in Napoca und wurden in Porolissum vorausgesetzt. Nach ihrer Verwendungszeit können die Fibel sehr selten auch als einige Relikvien erscheinen393. Man versuchte eine feinere Eingliederung/Typologisierung für das Barbaricum von Mitteleuropa. Die Fibel von Csengersima- Petea und Lazuri- Lubi tag gehören zur Variante I des Types A. 84, mit profiliertem Fussknopf. Dieser Fibel- Typ wurde im Süden von Polen enteckt, in Jakuszovice, in den Frühschichten, und ist frühestens in die Phase B2/C1394 datiert. Da die Lage von Csengersima-Petea näher an der Siedlung von Dada ist, glauben wir, dass die Datierung unserer Fibel mit derjenigen aus der Provinz synchronisiert werden kann. Die kräftig profilierte Fibel von Zalău ist fragmentiert, ähnelt dem Typ Almgren 84, Variante b395 385 Godfowski 1970; Godlowski 1992b; Tejral 1992. 386 Drobejar 1997,134-148. 387 Matei- Stanciu 2000, 517, PI. 336.1 388 Stanciu 1995, 208, Pl. XXV, 4. 389 Andrzeiowski 1992,113, Abb.2. 390 Cociş 1995, 95. 391 Timoc - Gindele 2005, 186, Abb.2; Gindele - Istvánovits 474, Taff. 216, 2. 392 Matei - Stanciu 2000, 517, PI. 336.3. 393 Cociş 2004, 66-67. 394 Dabrowska 1992,106. 395 Dabrowska 1992,105, A..l.b 128

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