Ciubotă, Viorel - Nicolescu, Gheorge - Ţucă, Cornel (szerk.): Jurnal de operaţiuni al Comandamentului Trupelor din Transilvania (1918-1921) 2. (Satu Mare, 1998)

Istorie şi Geografie Istorică / Geschichte und Landeskunde / Történelem és országismeret - Regiuni de frontieră şi zone de contact / Grenzreionen und Kontakträume / Határvidékek és kapcsolódási területek

Grundzüge der Geschichte der karpa toukraine als poutisch-administra tive 275 die ostslawischen ethnographischen Gruppen bis zur Union von Munkács im Jahre 1646 nahezu ausschließlich zur Ostkirche, wenngleich mehrere adelige Geschlechter im 14.-15. Jahrhundert zwecks Eingliederung in die unterschiedlichen Adelsschichten der Natio Hungarica einen Konfessions­wechsel hin zum lateinischen Christentum und teilweise einen Sprachwechsel zum Ungarischen vollzogen. Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert wurde das Komitatssystem auch in die nordöstlichen Teile Ungarns eingeführt, wobei die Gebirgsregionen durch die Königreiche Polen und Ungarn von beiden Seiten der Karpaten nur sehr langsam herrschaftlich erfaßt werden konnten. Große ausgedehnte Waldflächen dienten den ungarischen Königen und ihrem Hof mehrere Jahrhunderte als beliebtes Jagdgebiet. Den bis heute dominierenden Charak­ter einer Grenzregion erhielten die Siedlungslandschaften der nordöstlichen Karpaten in diesen Jahrhunderten. Thronfolge- und Türkenkriege, Kämpfe zwischen Habsburgéin und den Fürsten Siebenbürgens, Bauern- und Adelsaufstände, sowie eine Reihe von Epidemien dezimierten in mehreren Wellen zwischen 1526 und 1720 auch die Bevölkerung Oberungams und verschoben die ethnische Zusammensetzung zu ungunsten der ostslawischen Ruthenen, Zipser Sachsen und Ungarn gegenüber den westslawische Idiome sprechenden späteren Slowaken, wobei die sprachlichen und konfessionellen Grenzen zwischen den ost- und westslawischen Bevölkerungsgruppen in diesem Raum zum Teil bis in die Gegenwart fließend sind. Prägend für die ruthenischen Bevölkerungsgruppen Ungarns wirkte sich die Union des seit dem 15. Jahrhundert nachweisbaren Bistum von Munkács (ukr. Mukaéeve) mit der katholischen Kirche 1646 bzw. 1771 aus, der sie sich neben einigen slowakischen und ungarischen Gemeinden und der Gesamtheit der rumänischen Bewohner in der Máramaros bis zum Ende des 18. Jahrhunderts komplett anschlossen. Identitätsstiftend, (bei einigen ruthenischen dörflichen Gemeinschaften bis in die Gegenwart), war die Erinnerung an die Kuruzzenkriege .des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts und die Herrschaft der zunächst kalvinistischen, dann zum Katholizismus konvertierten ungarischen Magnatenfamilie Rákóczi, die mehrere siebenbürgische Fürsten und Gespane in oberungarischen Komitaten stellte wo sie u. a. durch Erbschaften zum reichsten Adelsge­schlecht aufstieg. Die große antihabsburgische ständisch geprägte, auch von großen Teilen der bäuerlichen Schichten aller Sprachgruppen mitgetragener Aufstand unter Führung Ferenc II. Rákóczis (1703-1711), die in Oberungam ihre Zentren hatte, scheiterte unter großen Verlusten. Sie prägte aber das kollektive Bewußtsein der Bauern und Hirten ethnienübergreifend bis ins 20. Jahrhundert Und führte zu einer vormodernen Form von regionalen

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