Diaconescu, Marius (szerk.): Mediaevalia Transilvanica 1998 (2. évfolyam, 1. szám)

Etnie şi confesiune

154 Sipos Gábor Nach sechs Jahren gewannen die Anhänger des inzwischen Antitrinitarier gewordenen Franz David die Oberhand in dieser ungarischen Superintendentur. Eigenartig, aber in demselben organisatorischen Rahmen lebten auch die lutherischen Pfarrer deutscher oder ungarischer Muttersprache. Der siebenbürgische Herrschaftswechsel von 1571 tat die ungarische protestantische Kirche in diesem flüssigen, die mittelalterlichen Formen zu großem Teil noch bewahrenden Verwaltungsrahmen an. Stephan Báthory hat an Anfang seiner Herrschaft ein Gelübde für die Beibehaltung der soeben entstandenen siebenbürgischen konfessionellen Toleranzsystems abgelegt. Er hat sein Wort auch gehalten, aber in Anbetracht seiner persönlichen religiösen Überbezeugung ist es natürlich, daß er ununterbrochen an der Restaurierung der katolischen Kirche arbeitete und unterhielt dementsprechend bessere Kontakte mit der die Heilige Dreieinigkeit nicht bestreitenden lutherischen und helvetischen Konfession. Es ist deutlich, daß er diejenigen protestantischen Kirchen unterstützt hat, die die Dogmen und Zeremonien der römischen Kirche nicht so radikal abgelehnt haben. Von der Spitze der ungarischen Superintendentur, die als Organisation noch einheitlich, aber als Konfession schon gespalten war, hat er im September 1571 Franz David abgesetzt. Die Synode wählte an seine Stelle Báthorys Hofprediger, den lutheraner Dionysius Alesius. Die antitrinitarische Glaubensgemeinschaft hat aber die Jurisdiktion von Alesius nur formal anerkannt und hat sich an ihrer Synode im Jahre 1576 gesondert organisiert. Noch im demselben Jahr sanktionierte auch der Landtag die selbständige antitrinitarische (unitarische) Kirche unter dem Bischofamt von David, hat aber gleichzeiüg verboten, daß der Superintendent die reformierten Pfarrer unter der Jurisdiktion des Alesius visitiert. Unter den reformierten und evangelischen Pastoren der ungarischen Superintendentur waren wahrscheinlich die ersteren in Mehrheit und so wählte nach dem Tode von Alesius (Mai 1577) die Synode von Großenyed (Aiud) (2 Juni 1577) den reformierten Pfarrer von Deva, Andreas Tordai Sándor zum Bischof. Diese Wahl entsprach ganz den Absichten des Königs Stephan Báthory und des Woiwoden Christoph Báthory (die Synode wurde vom Letzteren zusammengerufen), also Tordai bekam die fürstliche Anerkennung aufgrund des ius supremae inspectionis. Der lange Prozeß der konfessionellen Trennung der siebenbürgischen Reformation war somit beendet, auf dem Gebiet der mittelalterlichen siebenbürgischen Diozöse sind drei, selbständig organisierte protestanische Kirchen entstanden: und zwar die deutschsprachige lutherische, sovie die ungarischsprachigen reformierte und antitrinitarische Kirchen. Von ihnen hat die antitrinitarische Kirche am stärksten den Druck der fürstlichen Gewalt gespürt, denn im Zurückdrängen der Antitrinitarier hat sich auch die reformierte Kirche beteiligt. Oktober 1577 beauftragte der Landtag den Bischof der helvetischen Richtung Andreas Tordai Sándor nicht nur die Prediger seines Bekenntnisses zu beaufsichtigen, sondern „auch die Pfarrer andere Konfessionen“,

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