Astaloş, Ciprian (szerk.): Satu Mare. Studii şi comunicări. Seria arheologie 28/1. (2012)
Márta L. Nagy: Neue Beiträge zu spätbronzezeitlichen Gefäßdeponierungssitten im Oberen Theißgebiet
Márta L. Nagy rundum gefurchten Buckeln gegliedert. Dieser Gefäßtyp ist als Haupttyp der Gáva-Kultur betrachtet, aber es kam auch in den Fundkomplexen des Vor-Gáva-Horizonts vor, und wurde bis zum Ende der Phase HB1 gefertigt9. Dieser Typ umfasst: das Gefäß des Befundes 248 (Taf. 1/A1), die Gefäße 3 und 4 des Befundes 793 (Taf. 2/3, Taf. 3/4.), und des Befundes 1050 (Taf. 4/1), Fundort: M3 24; bzw. das Gefäß des Befundes 2211 (Taf. 6/A1), das 2. Gefäß des Befundes 3612 (Taf. 8/B2), Fundort: Mega Park. Das Gefäß des Befundes 248 unterscheidet sich von den anderen Gefäßen in der Verzierung: sein Hals ist nicht auf der ganzen Fläche mit Furchenverzierung versehen und die Buckel ragen nicht hervor. Aufgrund derer könnte dieses Gefäß auch zum 1. Typ gehören, aber durch den dicht gefurchten Buckel ähnelt es eher dem 5. Gefäßtyp. Das 4. Gefäß des Befunds 793 und das Gefäß des Befunds 1050 unterscheiden sich von den anderen durch das Merkmal, dass die Buckel nicht nach unten gerichtet sind. Praktisch finden wir genaue Analogien an einem Fundort der Igriţa-Kultur10. Dieser Gefäßtyp kann unter den im Hügel von Lăpuş gefundenen Typen beobachtet werden11, ebenfalls seine Variante mit Henkel12. 6. Typ: Gefäß mit ausbiegendem Rand, eiförmigem Körper. Dieser Typ tritt im Fundspektrum der Grabhügel in der ungarischen Tiefebene häufiger auf3. Zu diesem Typ gehört das 1. Gefäß des Befunds 3612 (Taf. 8/B1). 7. Typ: Gefäß mit ausbiegendem Rand, abgerundetem Körperumbruch, doppelkonischem Körper. Dieser Gefäßtyp ist sowohl für die Vor-Gäva-Kultur, als auch für die Gäva-Kultur charakteristisch14. Zu diesem Typ gehört das 5. Gefäß des Befundes 793, Fundplatz 24/M3. (Taf. 3/5). 8. Typ: Gefäß mit ausbiegendem, aus vier Zipfeln geformtem Rand, gewölbtem Hals, gedrücktem kugeligem Bauch, doppelkonischem Körper. Der Gefäßbauch ist mit eingeritzten dreifachen Bogenbändern gegliedert, die von je vier nach oben und nach unten gerichteten gefurchten Buckeln geteilt sind. Zu dieser Gruppe gehört das 3 Gefäß des Befundes 1194, Fundplatz 24/M3 (Taf. 5/3). Ein ähnliches Gefäß kommt in der Gäva-Kultur, ohne die vier Zipfel vor15. 9. Typ: Gefäß mit kegelstrumpfförmigem Körper, leicht eingezogenem Rand, mit Henkel, der den Rand übersteigt. Zu diesem Typ gehört das 4. Gefäß des Befundes 1194, Fundplatz 24IM3. (Taf. 5/4). Es handelt sich um einen in Mittel- und Südosteuropa, vorwiegend in der Spätbronzezeit verbreiteten Gefäßtyp16. 10. Typ: Becher mit ausbiegendem Rand, kurzem Hals, doppelkonischem Körper. Zu diesem Typ gehört das 9. Gefäß des Befundes 793, Fundplatz 24/M3 (Taf. 2/9). Dieser Typ ist auch in der Vor-Gäva und in der Periode der Gäva-Kultur sehr verbreitet17. Verzierungen Das Gefäß des Befundes 3186 (Taf. 8/A1) weist die älteste Verzierung auf. Hier kann noch die Kannelüre um den Buckel herum beobachtet werden, die eher für den Zeitraum vor der Gäva-Kultur charakteristisch war18. Die häufigste Verzierungstechnik in den Depots ist die senkrechte Riefung des Gefäßbauches (Taf. 1/A1, Bl; Taf. 2/1, Taf. 3/2, 4, 6-7; Taf. 4, 1; Taf. 5/1; Taf. 6/A1; Taf. 7/A2; Bl; Taf. 8/ B2). Diese Verzierungstechnik war beginnend mit Phase BD-HA1 stets häufig verwendet19. Bei Gefäßen der Typen 1 und 6 kann man die Gliederung des Halses mit Bogenbändern beobachten (Taf. 5/3; Taf. 7/ A2; Taf. 8/A1.), die ein häufig vorkommender Verzierungstyp sind vor allem in der Vor-Gäva-Zeit20. Die9 Kemenczei 1982a, Abb. 10/1-2, V. Szabó 2002,46. 10Chidioşan/ Emődi 1983, Fig. 1/1. 11 Kacsó 2011, Taf. 5/2a. 12 Kacsó 2011, Taf. 5/3. 13 Kovács 1975. Pl. 19/1, 15/3; Csányi 1980, 8. kép 14. 14 V. Szabó 2002,11. 15 V. Patay 1976, Abb. 2 4.; Medovic 1989, Tabla II/3. 16 V. Szabó 2002, 50. 17 Szabó 2002,16. 18 Nagy 2005, 82. 19 Kőszegi 1988. 27-35. 20 Jánosszállás: V. Szabó 2002, 35. kép 1/2,4. 260