Satu Mare. Studii şi comunicări 2. (1972)

Arheologie - Istorie

83 In der Siedlung wurden ausserhalb der Wohnungen auch noch Gruben mit Wirtschaftsabfällen gefunden sowie freie Herdstellen. Von den Bauten in der Siedlung, sticht der im zweiten Niveau entdeckte Tempel besonders ab. Er ist 8,80 m lang und 5,20 m breit {Abb. 5,6) und besteht aus drei Teilen. Der erste, das Megaron, der zweite mit hängendem, mobilem Altar und der dritte mit zwei feststehen­den Seitenaltären. Der Estrich ist mehrere Male geglättet worden. Die Aussenwand war mit einem Relieffries in geometrischem Stil verziert. Das zweiflächige Satteldach stand auf Reihen von unmittelbar in den Eistrich eingerammten Ständern. Im ersten Innenteil sind keine E’unde gehoben worden, im zweiten Inenraum fand man hingegen eine grosse Menge Keramik. Der dritte Innenteil war bis auf die rituellen Gegen­stände auf den beiden Seitenaltären ebenfalls fundleer. Die Keramik stellt in der Siedlung das vorherrschende archäo­logische Fundgut dar. Für die Niveaus 5 bis 4 aus der ersten Otomani-Phase zeichnet sich die Keramik durch wenig verschiedene Formen aus, wobei dieje­nigen mit flachem Boden, geraden oder schwach geschwungenen Wänden, geradem und weitem Mundsaum, kleinen Henkeln — aber nur bei einigen Gefässen — vorherrschen. Das wichtigste Ziermuster ist die Rille, die die ganze Gefässfläche bedeckt, um zum Ausgang der Phase nur noch gruppenweise auf dem Gefässkörper vorzukommen. (Taf. XII/l, 3, 4, 6.). Ein anderes Motiv, das diese Niveaus kennzeichnet, ist die angebrachte Ritzleiste. Dies ist das einzige Zierelement, das in allen Phasen der Kultur ohne wesentlichen Änderungen anzutreffen ist. Die Gefässe, die in diesen Niveaus angetroffen werden, sind verhält­nismässig nachlässig aus einer viel Magerungsmittel (Sand, Streu, Kies) ■enthaltenden Paste gearbeitet. In den Niveaus 3 bis 1, ändert sich die Machart der Keramik, die Paste wird äusserst fein (als Magerungsmittel wird hauptsächlich Glim­mer gebraucht, es kommen viele neue Formen auf, davon die Tasse überwiegt (Tafel XIII/I—6). Auch die Technik der Verzierung ändert sich und zwar überwiegt ausnahmslos die Ritztechnik, die im geometri­schen Stil ausgeführt ist (Tafel XIII/1—8). Die Werkzeuge sind allgemein in zwei große Gruppen einzuteilen, je nach dem Rohstoff, aus dem sie hergestellt sind: a. Stein (Tafel VIII/6—10) und b. Knochen (Tafel XIV/1—5). Im allgemeinen kann în den verschiedenen Niveaus keine Entwicklung festgestellt werden und auch die Formen sind sehr wenig mannigfaltig. Von den Kultgegenständen sind besonders drei Menschenstatuetten zu erwähnen (Tafel XV/1, la, 2, 2a, 3), davon zwei mit mobilem Kopf. Der eigentliche Friedhof der Siedlu*g ist noch nicht entdeckt worden, blo.B in der Siedlung sind zwei Einzelgräber aufgedeckt worden,

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