Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424

I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat

Der Führer durch die FJusftellung. An diefen Raum fcbloß fich die fachlich bedeutiame und überaus inftruktive Husftellung der königlich unga­rifcben ornitbologifchen Zentrale in Budapeft an, welche den Befucber über die Arbeiten auf dem Gebiete des Vogel­zuges, über die Nütjlicbkeit, beziebungsweife Schädlichkeit gewiffer Vogelarten, das weitverzweigte Net} von Beobacb­tungsftationen diefer Anftalt ufw. unterrichtete. Von hier gelangen wir in den Saal der exotifcben Jagd, welcher die in fremden Weltteilen durch ungarifcbe Jäger erbeuteten Trophäen aufnahm, dann, einen kleinen fcbattigen Hof durcbfcbreitend, auf eine Loggia mit einer Sonderausftellung von Jagd- und Sportartikeln, von wo fich dem Befcbauer ein fcböner Blick auf das biologifcbe Diorama bot. Durch den Saal des Kunftgewerbes in die große Halle zurückge­kehrt, fteigen wir die zweiarmige, impofante Fefttreppe zum zum Stockwerke hinauf. Hierbei laffenwirdie ruhig vornehme Architektur diefes Raumes auf uns einwirken und ge­nießen den Anblick der fcbönen Fresken von Maler Aladar Kriefch de Körösfö, in denen eine Bären- und eine Falken­jagd in dekorativer Weife zur Darftellung gebracht war. In dem reich ausgeftatteten erften Saale diefes Ge­fcboffes waren die von Seiner Majeftät dem König in den Jagdrevieren von Gödöllő und Visegrád erbeuteten zahl­reichen und mächtigen Trophäen untergebracht. Der prunk­volle Holzplafond war mit den Wappen der Komitate Un­garns gefcbmückt; die farbenprächtigen Bogenfenfter ent­hielten in Glasmalerei die bildliche Darftellung einer Jagd­mär nach Entwürfen Alexander Nagys, während die Wände mit reichgefcbnitjter Lambrisvertäfelung verkleidet waren. Unter den Objekten find in erfter Linie hervorzuheben die von Seiner Majeftät erbeuteten Hirfcbgeweibe und Keilerwaffen, darunter das mit dem Weltrekordpreis prämiierte Prachtexemplar, ferner Bilder, darftellend Jagdfzenen aus dem Leben Seiner Majeftät und weiland Ihrer Majeftät der Königin Elifabetb, Porträts, Bü­lten, Photographien, dann die Scbuß­lifte des von Seiner Majeftät in der Zeit vom Jahre 1867 bis 1904 in Un­garn erlegten Wildes, eine reiche Sammlung von Ihrer Majeftät auf Parforcejagden erbeuteten Fucbs­kills ufw. In dem an den »Königsfaal« an= ftoßenden Räume befanden fich die aus dem Jagdreviere Sárvár ftam­menden Trophäen Ihrer königlichen Hoheit der Prinzeffin Ludwig von Bayern und die in den Fürft Taffilo Fefteticsfcben Revieren in Keszthely und Berzencze erbeuteten Stücke. Daneben der Saal, der die über­aus reichhaltige Sammlung der Beu­teftücke Seiner k. u. k. Hoheit des durcblaucbtigften Herrn Erzherzogs Jofef barg, eine einzig daftebende Kollektion der bervorragendften, „ , „ , .. , preisgekrönten Trophäen, von denen nusftellung der ararifcben Jagdreviere und deren Pächter. ,. ... . , , Ungarifcbes Jagdfchloß. di e Hirfcbgeweibe zumeift aus dem Kiftapolcsányer Jagdreviere und der Máramaros, die Rebgebörne von Bánkút, die Keilerwaffen von Tapolcsány und Kisjenö ftammten. Die Wände des Raumes zierten Photographien, während die in der Mitte desfelben aufgeteilte Reliefkarte die jagdliche Einrichtung des Kiftapolcsányer Revieres (Barfer Komitat) vorführte. Von dem Gefamtareale diefer Herr­62 flusftellungsfaal Seiner kgl. Hoheit des Prinzen Philipp von Sachfen-Coburg und Gotha. Ungarifcbes Jagdfcbloß.

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