Die Erste internationale Jagd-Ausstellung Wien, 1910. Wien-Leipzig, 1912 / Sz.Zs. 424
I. TEIL. Der Führer durch die Ausstellung. Von Dr. Adolf Stengl, k. k. Forstrat
Der Führer durch die Fíus ítellung. Jagdfalken aus getriebenem Silber zur Ausftellung. Anftoßend füllte die Wiener Künftlergenoffenfcbaft zwei Säle (III und IV) mit Porträts von Pocbwalski, Joanowitcb, Temple, Veitb, v. Meboffer, Parforcejagdbildern von J. v. Blaas, A. v. Koffak; dann einem ftimmungsvollen Genrebild von F. v. Defregger (»Raft der Jäger«), einem Zyklus von Koblenzeicbnungen von Fr. v. Paufinger, einem großen Ölbild »Hochwild im Scbneefturme« von demfelben, fowie zwei Terrakotten von Link u. a. Einen intereffanten Kontraft zu diefen Räumen bildeten die von der Klimtgruppe arrangierte Ausftellung (Saal V und VI). Der größere unter diefen Sälen (VI) enthielt für diefen Zweck eigens gemalte Panneaux gleichen Formates und mo= dernfter Auffaffung, darunter Werke von Tefcbner (»Müncbbaufen«), Forftner, Aucbentaller, Jäger u. a., während der kleinere (V) Vitrinen mit verfcbiedenen keramifcben Objekten von Löffler und Powolny, Mofaiken von Forftner, dekorative Jagdftücke von Podbajska u. a. barg. Saal VII war der internationalen Graphik und Kleinplaftik gewidmet. Hervorzuheben wären hier die intereffanten, farbigen Holzfchnitte von Walter Klemm (»Fuchs«, »Pelikan«, »Tauchende Enten«, »Biruang«), ein vorzügliches Aquarell von Friefe (»Norwegifcbes Edelwild«), dann eine Radierung von Pontini, Kleinplaftiken in Ton, Gips und Bronze von Gfell, Scbelenz, Korn, Medaillen und Plaketten von Hartig u. a. Die drei näcbften Säle befcbickte die Genoffenfcbaft der bildenden Künftler Wiens. Saal VIII enthielt als Mittelbild das Porträt Sr. Exzellenz des Grafen Hans Wilczek von Stauffer, dann die Pocbwalskifcbe Skizze zum Kaiferporträt, welches das Veftibül des Öfterreicbifcben Reicbsbaufes fcbmückte, Genrebilder von Jungwirtb, Veitb, Kinzel, fowie Landfcbaften von Tomec, Karlinsky, Kafparides, Tierftücke von Pochwalski, Krausz, Kaufmann u. a. In Saal IX waren in einem gefcbmackvollen Eichengetäfel, mit Mattgoldleiften geziert, als Mittelbild Scbrams »Diana«, beiderfeits farbig fein geftimmte Porträts von Adams und als Lünetten Tierftücke von Tfcbelan eingelaffen. Den weiteren Schmuck des Raumes bildeten Kleinplaftiken in buntem Marmor und Bronze von Zeiller, Schloß, Ratbausky und Barwig etc. Der Saal X war zu einer Apfide in weißem Putj mit Marmor und Mofaikdekor und vergoldeten Nifcben umgeftaltet. Denfelben zierte ein Freskogemälde von M. v. Poofcb »St. Georg« und ein Ölgemälde von Fifcber-Köyftrand »Nimrod«,beide in ftiliüerter Auffaffung und feiner koloriftifcber Wirkung, der vornehmen Einfachheit des Raumes entfprechend. In den Nifcben waren Bronzen von Gornik, Winkler, Barwig und Link aufgeftellt. Raum XI war zu einer malerifcb, zwifcben Bäumen gelegenen Kapelle des heiligen Franziskus von Afiffi in Kunftftein nach Entwürfen von Hans Prutfcber und Karl Wollek umgewandelt. Die näcbften drei Säle (XII, XIII und XIV) trugen internationalen Charakter. Unter den dort untergebrachten Werken find hervorzuheben: Kuhnerts Steppe mit Giraffen und Zebras, von leuchtend fonniger Wirkung, dann fein geftimmte Aquarelle von Doignean »Arabiicber Falkner« und »Arabiicber Jäger«, dann die Ölgemälde Meyerbeims »Wüftenkönig«, Zwickles »Füchte«, Parforcejagdbilder von Reicbmann, Paufingers »Hochwild«, Hermann-Allgaus »Toter Fuchs auf einem Korbe liegend«,Leuteri^s »Turmfalke«, Kappfteins »Löwe« u. a. Den Saal XV geftaltete die Vereinigung bildender Künftler Öfterreicbs »Sezeffion« zu einer Jagdballe. Der originell und geicbmackvolle Eindruck diefes in moderner Auffaffung gehaltenen Raumes wurde durch eine Anzahl für diefen Zweck gemalter, großer Wandbilder erhöbt, von welchen befonders Jettmars Arbeiten 31 Raum X. Genoffenfcbaft der bildenden Künftler Wiens. Kunftpavilion. Raum VI. Klimtgruppe. Kunftpavilion.