Gertrude Enderle-Burcel, Dieter Stiefel, Alice Teichova (Hrsg.): Sonderband 9. „Zarte Bande” – Österreich und die europäischen planwirtschaftlichen Länder / „Delicate Relationships” – Austria and Europe’s Planned Economies (2006)
Piotr Franaszek: Die Handelsbeziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und Österreich in der Zeit von 1945-1989
Fertigstellung von Hochleistungs-Dieselmotoren (270-450 PS) aufnehmen sollten. Die Grundlage für den Abschluss dieses Vertrages und dessen spätere Durchführung bildeten die durch die österreichischen Banken erteilten Kredite.13 Im Jahre 1975 wurde weiters zwischen dem polnischen Unternehmen „Polimex- Cekop“ und den österreichischen Eisen- und Stahl-Werken „Voest Alpine“ ein Vertrag unterzeichnet, demzufolge die Polen zusammen mit einigen europäischen Ländern am Bau eines petrochemischen Kombinats im Kongo teilnehmen sollten. Dieselben Firmen, d. h. „Polimex-Cekop“ und „Voest Alpine“ erarbeiteten einen Plan über den gemeinsamen Bau eines Melamin-Betriebes in Polen unter Lizenz des österreichischen Konzerns Linz AG. Auch andere Firmen begannen wirtschaftlich zu kooperieren. Das Polnische Außenhandelsunternehmen „Kolmex“ schloss mit der österreichischen Firma „Plasser und Theurere“ einen Vertrag über die gemeinsame Herstellung der Eisenbahnausrüstung. Das Außenhandelsunternehmen „Metronex“ kooperierte mit der Firma „Goerz-Elektro“ bei der Fertigung von Messgeräten. Ein Vertrag zwischen dem Außenhandelsunternehmen „Elektrim“ und den österreichischen Firmen „Schrack“ und „Dvorak und Kobler AG“ schuf die Grundlagen für die gemeinsame Herstellung von Elektromotoren. Der Krakauer „Armatura“-Betrieb arbeitete mit dem österreichischen Unternehmen „Gustav Schmiedl“ zusammen. Die Ausrüstung für die chemische Industrie sollte von den polnischen Unternehmen „Polimex-Cekop-Chemak“ geliefert werden und die Maschinenteile für die metallurgische Industrie sollte „Polimex-Cekop-Zemak“ liefern. Es wurden auch langfristige Verträge geschlossen. Einen davon, der zwischen der Außenhandelszentrale „Stalexport“ von der polnischen Seite und „Voest Alpine“ und „Vereinigte Edelstahlwerke“ von der österreichischen Seite unterzeichnet wurde, sollte Polen im Zeitraum von 1976-1980 die Lieferungen von hochqualitativem Baustahl sichern. Dem zwischen der Außenhandelszentrale „Wçglokoks“ und „Voest Alpine“ geschlossenen Vertrag zufolge sollte Österreich im Zeitraum von 1976 bis 1985 mit 750 000 Tonnen Kohle und Koks pro Jahr beliefert werden. Die beiden erwähnten Verträge sollten von der polnischen Handelsbank S.A. mit Sitz in Warschau und der österreichischen Kontrollbank AG finanziert werden.14 Mitte der 70er Jahre wurden insgesamt fünf polnisch-österreichische Verträge im Bereich der Maschinenindustrie, drei Verträge in der elektrotechnischen Industrie, zwei in der chemischen Industrie und einer im Bereich der Herstellung von Metallerzeugnissen geschlossen. Der österreichische Partner setzte eine große Hoffnung auf die Zusammenarbeit im Bereich der Energietechnik. Österreich Die Handelsbeziehungen zwischen der Volksrepublik Polen und Österreich W i ec zork i e w i c z, Andrzej: Kooperacja przemystowa Polski z rozwiniçtymi krajami kapitalistycznymi (Eine industrielle Zusammenarbeit Polens mit den kapitalistischen Ländern). Warszawa 1980, S. 126-127. Wieczorkiewicz: Kooperacja przemystowa Polski, S. 127. 193