Günter Dinhobl (Hrsg.): Sonderband 7. Eisenbahn/Kultur – Railway/Culture (2004)
IV. Die Eisenbahn-Technik / Railway-technics - Rainer Leitner: Eisenbahn-Maschinenfabriken: Orte des Technologietransfers im 19. Jahrhundert
Rainer Leitner ßenbahn, die Strecken Graz-Maria Trost” und Teplitz-Eichwald, die Lemberger Straßenbahn sowie die bereits erwähnte Gmundner Straßenbahn wie auch die Brühler Bahn. Besondere Beachtung ist der Pöstlingbergbahn bei Linz zu schenken, die ohne ein Vorbild mit einer Steigung von 105 Promille als reine Adhäsionsbahn (d. h. ohne Verwendung von Zahnrad und Zahnstange) gebaut wurde. Sie ist bis auf den heutigen Tag die steilste Adhäsionsbahn Europas geblieben. Von den normalspurigen elektrischen Bahnen dieser Zeit sind die Brünner, Prager und Triester elektrische Straßenbahn zu nennen; die Grazer Tramway-Gesellschaft, die Olmützer und Pilsener elektrische Kleinbahn, die Linien Prag-Visocan-Liben, die schon erwähnte Linie von der Belvedere-Anhöhe in Prag zum Tiergarten und Schloss Bubenc sowie die Wiener Straßenbahn und die Wiener Lokalbahnen. In der ungarischen Reichshälfte wurde jene Straßenbahn, die durch die Barossgasse in Budapest führte, richtungsweisend, da sie schnell und leise sowie sehr leistungsfähig war. Ihre Herstellerin, die Budapester Firma Ganz, war zu diesem Zeitpunkt längst schon als Traditionsuntemehmung bekannt: Die ehemalige Gießerei und Maschinenfabrik nützte früh die Möglichkeiten der Elektrotechnik, schon 1871 wurde eine eigene elektrotechnische Abteilung eingerichtet. Nachdem das Budapester Straßenbahnnetz schon früh elektrifiziert ausgebaut war, ging man daran, Vorstadt- und Lokalbahnen zu errichten. 1895, zwei Jahre vor der Betriebsaufnahme der Wiener elektrischen Straßenbahn, wurde eine solche in Pressburg eröffnet. 1896 gelang in Budapest eine zusätzliche Pionierleistung, als die erste normalspurige Untergrundbahn am Kontinent (nur in London war man schneller) mit einer Streckenlänge von ca. 3,6 Kilometer ihren Betrieb aufnahm. Die Spurweite von 760 mm war in Bosnien-Herzegowina eher zufällig zum verbindlichen Schmalspurmaß geworden. Nachdem der Bahnhof von Sarajevo aus strategischen Überlegungen vor der Stadt angelegt worden war, verband ab 1885 diesen eine Pferdebahn mit der Stadt. Ein Dezennium später wurde sie elektrifiziert. 37 37 Die Kleinbahn Graz (Zinzendorfgasse)-Maria Trost wurde während des Zweiten Weltkrieges eingestellt, die Strecke vom Glacis durch die Zinzendorfgasse und Schubertstraße bis zum Hilmteich abgetragen. Die restliche Strecke vom Hilmteich nach Maria Trost wurde auf Normalspur umgebaut und von der städtischen Straßenbahn als 1 inie I übernommen 300