Günter Dinhobl (Hrsg.): Sonderband 7. Eisenbahn/Kultur – Railway/Culture (2004)

II. Die Wahrnehmungen von Raum / The perceptions of space - Ralf Roth: Die Verkürzung von Raum und Zeit: Konsequenzen der Eisenbahn für die Wahrnehmung der Stadt

Es lagen somit zwischen 1830 und 1845 bereits eine Fülle von Ideen und Konzepten zum großflächigen Umbau der Stadt vor, wie er bedingt durch ein sich rasch entwickelndes Netz von Eisenbahnen erwartet wurde. Die Umsetzung dieser Visionen aus den Dreißigerjahren kann im großen Maßstab am Beispiel von Berlin verfolgt werden. Dort vollzog sich der strukturelle Umbau einer Großstadt und ihr Aufstieg zu einer Metropole nicht nur am radikalsten in Deutschland, sondern auch im engen Zusammenhang mit der Eisenbahn. Die Verkürzung von Raum und Zeit: Konsequenzen der Eisenbahn tur die Wahrnehmung der Stadt Die Berliner Diskussion um den Mietwohnungsbau Abbildung I: Eisenbahnkarte vom Norden Deutschlands 1882. Lombardei und Piemonts führen, [...] gelangen." Ebenda, S. 99. Tatsächlich prognostizierten auch andere Denkschriften einen regen Tourismus, und dass die „Hauptzüge der Reisenden in volksreiche Städte" führen würden. Gerade Aachen unterscheide sich beispielsweise von der „Mehrzahl anderer bloß Passage-Städte", die „durch Eisenbahn-Reisenden bloß im vorbeifahren angesehen werden", dadurch, dass es eine „vielbesuchte Fabrikstadt und Bade-Kurort mit einer Gesammt-Population von 42 000 Seelen" sei. Abhand 1 ung über die muthmaßliche Frequenz der von Coin bis zur belgischen Grenze bei Eupen projectirten Eisenbahn bei unmittelbarer Berührung der Städte Aachen und Burtscheid Aachen 1835, S. 20. Vgl. auch List, Friedrich: Memoire die Eisenbahn von Mannheim nach Basel betreffend. O. O. 1835, S. 3. 141

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