Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Die Heimkehr Auf Wunsch der Familie Pap“19 wurde am 4. Dezember 1901 der Leichnam des Seekadetten vom Landungs-Detachement exhumiert2619 2620, um in die Heimat transportiert zu werden.2621 SK Thomas Mayer, der am 21. September 1900 in Tianjin verstorben war, wurde auf dem dortigen englischen Friedhof beerdigt.2622 2623 * Das Grab Mayers ist mit einem einfachen schwarzen Holzkreuze, welches Schiff, Charge, Namen und Todesdatum trägt, versehen, da ein Grabstein in Tientsin nicht erhältlich ist. Das Grab wurde mit Ziegeln eingesäumt und, um gegen ein Betreten geschützt zu sein, mit 4 kleinen Ziegelsäulen, die mit Eisenstangen verbunden sind, abgeschlossen. Desgleichen wurden auf demselben 2 kleine Cypressen und einige Blumen gepflanzt.2622 Auf dem internationalen Militär-Friedhof624 in Beijing, der sich innerhalb der so genannten „Tartaren-Stadt“, in der südöstlichen Ecke der Stadt befand, waren die Grabstätten der Matrosen Alois Vrech (S.M.S. „Zenta“), Julius Pitton und Josef Barkovic (beide S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“), ihre Gräber waren mit Holzkreuzen bezeichnet. Der Heizer Ivan Perusko, der am 8. Oktober 1900 im General-Hospital in Yantai/Zhifu verstorben war, wurde am dortigen christlichen Friedhof bestattet. Seine Grabstätte schmückt ein an Bord erzeugtes eisernes und bronciertes Kreuz mit Inschrift, das dem Lieferanten Sietas & Co. mit dem Aufträge übergeben wurde, es entsprechend auf einer steinernen Fussplatte anzubringen, wobei es der Oesterreicher 2619 Der Vater stellte am 8. August 1901 ein Ansuchen um Exhumierung und Heimsendung der Leiche seines Sohnes. [KA, Schiffsakten Maria Theresia 1901/02, Reservat Exhibitenprotokoll (angefangen am 1.1.1901, beendet am 21.9.1902], 2620 In dem nunmehr freien Grab wurde Matrose Demarchi beerdigt. [KA, Schiffsakten Maria Theresia 1901/02 [blaue Nr. 213 ad], Schusterschitz an Kommando S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, No. 370, Peking, 15.12.1901], 2621 Der Sarg wurde zunächst an Bord des Dampfers „Takasago Maru“ nach Kobe gebracht und dort an die Lloyd-Agentie übergeben. Für den Transport waren umfangreiche administrative Maßnahmen notwendig. Der Zoll-Commissioner Detring stellte einene Spezialpass aus, Fregattenarzt Dr. Korencan ein Zertifikat über die Todesursache und eine genau Beschreibung der Verpackung; alle Dokumente wurden vom kaiserlich deutschen Konsul und vom japanischen Konsul in Tianjin bestätigt. Gleichzeitig wurde auch das von S.M.S. „Aspern“ gestiftete Kreuz abgesendet. [KA, Schiffsakten Maria Theresia 1901/02 [blaue Nr. 213 ad], Schusterschitz an Kommando S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, No. 370, Peking, 15.12.1901], 2622 In Tianjin war ein eigener „Belagerungs-Friedhof' angelegt wroden, der sich in der Nähe des vom k. u. k. Landungs-Detachement besetzten chinesischen Hauses befand, doch wurde der englische Friedhof gewählt, da „laut Angabe der Gemeinde-Verwaltung aus hygienischen Gründen, seinerzeit alle auf dem ,Belagerungs-Friedhofe' beerdigten, exhumirt und übertragen werden sollen.“ [KA, MS/PK 1901-XII-14, No. 958, fol. 8, ECiO an RKM/MS, Res. No. 358/m, Shanghai, 3.3.1901], Ebenso war das Grab des Heizers Perusko in Yantai/Zhifu mit einem der an Bord SMS „Maria Theresia“ und SMS .Aspern“ erzeugten Kreuze gekennzeichnet worden. 2623 Ebenda, fol. 8\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 358/m, Shanghai, 3.3.1901. Der Friedhof war unter vier Nationen aufgeteilt, doch waren bis März 1901 noch keine genaueren Vereinbarungen getroffen worden. [Ebenda], 655

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