Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner Auszeichnungen für Offiziere und Mannschaften Neben dem immer wieder ausgesprochenen Anerkennungen für Stabspersonen (u. a., FK Friedrich Schwickert2539 2540 2541) beziehungsweise Teile der Bemannung (z. B. Heizerpersonal bei der Heimreise 254°) gab es mehrmals Allerhöchste Auszeichnungen. Schon am 9. Juli 1900 (!) wandte sich die Militärkanzlei Seiner Majestät an den Marinekommandanten: Seine k. u. k. Apostolische Majestät haben aus eingelangten telegraphischen Berichten Seiner Majestät Schiffs Zenta mit Allerhöchster Befriedigung zu ersehen geruht, daß die an den Kämpfen um Taku verwendet gewesenen Landungs-Detachements dieses Schiffes, seitens fremder Commandanten ob ihrer besonders tapferen Haltung volle Anerkennung fanden. Seine Majestät gewärtigen demnach von Euer Excellenz die eheste Vorlage von Auszeichnungsanträgen, sobald solche auf Grund authentischer Thatberichte irgend gestellt werden können. 541 Ebenso sollten Auszeichnungsanträge für die an den Kämpfen in Tianjin und für die in Beijing Eingeschlossenen vorgelegt werden.2542 Nach Vorliegen der entsprechenden Unterlagen legte Adm. Spaun die Auszeichnungsanträge am 3. Oktober vor, die Anträge wurden am 12. Oktober 1900 von Kaiser genehmigt.2543 Admiral Spaun war sich bewusst, dass ich in diesem meinem tiefehrerbietigsten Vortrage schon bezüglich der Anzahl der erbetenen Allerhöchsten Auszeichnungen über den Rahmen traditionellen Herkommens hinausgehe; andererseits aber — wie ich mir treugehorsamst auszufuhren gestatte — sind die kriegerischen Verhältnisse in China ganz exceptionelle und haben ganz besonders hohe Anforderungen an die ausgeschifften Stabs- und Mannschaftspersonen Euerer Majestät Kriegs-Marine gestellt. [...] Wenn auch für den Dienst zu Lande nicht derart ausgebildet und ausgerüstet wie die Linientruppen, Mannschaften des Seebataillons und die Marine-Infanterie der cooperierenden Mächte, haben dennoch die k. und k. Detachements bei jeder Gelegenheit — wie ich mit freudiger Genugthuung berichten darf — alles daran gesetzt, um in treuer freudiger Pflichterfüllung den Ruhm und die Flagge Euerer Majestät Kriegs-Marine hochzuhalten. Wiederholt belobt und mit anerkennenden Worten fremder Befehlshaber ausgezeichnet, sind die k. und k. Detachements, welche im femen Osten kämpfen, wenn auch gering an Zahl und numerischer Stärke, ein Factor geworden, welcher bei fast allen Actionen in Berechnung gezogen wurde.2544 KA, MDT I, fol. IIP, Escadre-Commando-Tagsbefehl No.86, 17. Mai 1901, Art. 1: „Dem k. u. k.Fregatten-Capitän Friedrich Schwickert spreche ich für die in der Eigenschaft eines Stabschefs der k. u. k.Escadre in Ost-Asien mit unermüdlichem Eifer und Fleiße geleisteten vorzüglichen Dienste, im Namen des Allerhöchsten Dienstes den Dank und die Anerkennung aus.“ 2540 KA, MS/OK 1901-V-5/21, No. 920/M, fol. I59v, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 920/M, Pola, l. 10.1901. (Zu den Details s.o.). 2541 KA, PK/MS 1900-V1II-4/19, No. 1 763, fol. P, MKSM (Bolfras) an Spaun, Wien, 9.7.1901. 2542 Auf die Ausarbeitung dieser Anträge für 1900 kann hier nicht weiter eingegangen werden. 2543 KA, PK/MS 1900-VIII-4/19, No. 3 005, fol. 99r-l 13r. 2544 Ebenda, No. 2 807, fol. 109r-l 10\ Au. Vortrag des Chefs der MS, 3.10.1900. 642

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