Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Die Heimkehr Während S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ am 17. August nach Pulo Penang2472 auslief, blieb S.M.S. „Zenta“ wegen eines Risses am Wasserabscheider der Dynamomaschine in Singapore zurück.2473 Da sich das Schiff auf der Fahrt befand, wurde zur Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes2474 bei Sonnenaufgang die kleine Flaggengala gehisst; um 10 Uhr a. m. fand ein feierliches Tedeum statt. In Pulo Penang, wo das Schiff um 5.00 Uhr nachmittags einlief, wurde beim Ankern die große Flaggengala gehisst und bei Sonnenuntergang ein Geschützsalut von 21 Schuss abgegeben. In Pulo Penang wurde das Grab des dort verstorbenen LSL Edmund Hermann, das durch eine Steinplatte gedeckt und durch einen Marmorobelisk bezeichnet war, neu eingesegnet. KA Montecuccoli verließ Penang am 23. August um 8.30 Uhr a. m. und erreichte Pulo Weh auf Sabang2475 am Nachmittag des folgenden Tages, wo S.M.S. „Zenta“, die nach Abschluss der Reparaturarbeiten am 22. August Singapore verlassen hatte, bereits vor Anker lag. Über den Hafen berichtet KA Montecuccoli: Die Kohlenstation Sabang ist recht günstig und gegen die herrschenden Monsoone vollkommen geschützt gelegen. Gegenwärtig ist nur Platz für die Vertäuung zweier grösserer Schiffe an den wharves vorhanden. Längs dieser Anlegestelle sind 14 gedeckte 2472 Pulao Penang - Insel, der Westküste Malaysias vorgelagert, etwa auf der Höhe der Nordspitze von Sumatra. 2473 Der Schaden wurde „rechtzeitig vor Eintritt einer grösseren Havarie“ entdeckt, doch er konnte nicht aus Bordmitteln repariert werden. Die Reparatur wurde von der Firma Howarth in Singapore innerhab von fünf Tagen durchgeführt. (KA, MS/OK 1901-V-5/19, No. 2 343, fol. 147v, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M , Colombo, 1.9.1901). 2474 Für die „Feier des Geburts- und Namenstages Seiner kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät“ enthält das Dienst-Reglement für die k.k. Kriegs-Marine. Dritter Theil: Dienst zur See, Wien 1879, in Abschnitt XII, § 96 detaillierte Regelungen: „Das Geburtsfest Seiner kaiserlichen und königlichen Apostolischen Majestät wird in folgender Weise gefeiert: Am Vorabend ist kurz vor Sonnenuntergang die kleine Flaggengala [d. h. nebst der Heck- und Bug-Flagge auch auf jedem Mastentop eine k.k. Flagge; c.f. Dienstreglement, III. Theil, Abschnitt XII, § 95, Punkt 1168] zu hissen, und wo nur ein Schiff vor Anker liegt, von diesem, bei mehreren von dem des rangshöchsten Befehlshabers ein Geschütz-Salut von 21 Schüssen zu lösen, worauf die Flaggen einzuholen sind. Am Morgen des Festes haben im Inlande bei Sonnenaufgang, im Auslande um 8 Uhr a m. alle Schiffe die grosse Flaggen-Gala [d. h. ausserdem eine Anzahl Signal-Flaggen und Signal-Wimpel, c.f. Beilage II zum Dienst-Reglement, Dritter Theil] zu hissen und sämmtlich einen gleichen Geschütz-Salut zu geben. Auf jenen Schiffen, die einen Kaplan im Stande führen, ist ein feierlicher Gottesdienst zu halten, beim Te Deum von allen Schiffen ein erneuerter Geschütz-Salut abzufeuem. [...] Wird ein Festmahl veranstaltet, so hat beim Toaste das Schiff des rangshöchsten Befehlshabers einen Salut von 21 Schüssen zu lösen. Bei Sonnenuntergang geben alle Schiffe einen gleichen Salut ab und holen mit dem letzten Schüsse Flaggen und Flaggen-Gala ein. Die im Vorstehenden angeordnete Festlichkeit findet nur vor Anker statt, es soll jedoch am Geburtstage Seiner Majestät auch in See, dort wo thunlich, ein feierlicher Gottesdienst gehalten und die Tages-Ordnung wie an Sonn- und Feiertagen geregelt werden.“ 2475 Im Vorfallenheitsbericht heißt es „... langte in Sabang auf Pulo Weh an, [...]“ (KA, MS/OK 1901- V-5/19, No. 2 343, fol. 148r, Ex-ECiO an RKM/MS, Res. No. 863/M, Colombo, 1.9.1901). Gemeint ist damit der Hafen Weh auf der der Nordwestspitze Sumatra’s vorgelagerten Insel Sabang. 633

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