Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Heimkehr

Georg Lehner - Monika Lehner beglückwünschte die Stäbe zu diesem Allergnädigsten Lob unseres geliebten Monarchen, sprach die Hoffnung aus, dass jeder von uns, dieser huldreichen Beurtheilung eingedenk, auch in Augenblicken ernsterer Gefahr sein Bestes für Kaiser und Vaterland einsetzen werden und schloss meine Worte mit einem dreifachen Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König, worauf die Volkshymne intoniert wurde. [...] Auf allen Schiffen gelangte hierauf das Allergnädigste Telegramm Seiner Majestät in einem Escadre-Commando-Tagsbefehl2445, sowie meine Allerunterthänigste Dankesdepesche, die ich an den ersten Generaladjutanten Seiner Majestät, General der Cavallerie Graf Paar gelangen liess, in drei Sprachen an die Mannschaft zur Verlesung.* * 2450 Letztere lautete: [...] Hochbeglückt durch die huldreichen Worte Allerhöchst Seiner Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestät, bitte ich Euer Excellenz, meinen treugehorsamsten innigsten Dank, sowie den aller Angehörigen der Escadre in Ostasien an den Stufen des Allerhöchsten Thrones niederlegen zu wollen.2451 Am frühen Nachmittag2452 überschiffte sich KA Montecuccoli mit seinem Flaggenstab, seine Kommandoflagge wurde um 14.30 Uhr auf S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ eingeholt und auf S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ gehisst, wo sie mit 13 Schuss begrüßt wurde.2451 Am 28. Juli 1901 um 14.40 Uhr verließen die heimkehrenden Schiffe schließlich unter den Klängen des Radetzky-Marsches den Hafen von Yantai/Zhifu. S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ salutierte und hisste das Signal „Glückliche Reise“, wofür S.M.S. „Kaisern Elisabeth“ mit Signal dankte und die Besatzungen der Schiffe einander noch mit drei Hurra-Rufen grüßten. KA Montecuccoli dürfte in diesem Augenblick sehr bewegt gewesen sein, gestattet er sich doch in seinem sonst so nüchternen Vorfallenheitsbericht die Bemerkung: Ich hatte in diesem Augenblicke die Ueberzeugung gewonnen, dass die beglückenden Worte unseres Obersten Kriegsherrn, bei Officieren und Mannschaften eine Das Telegramm ist im Escadre-Commando-Tagsbefehl dieses Tages verlautbart: KA, EA 1901, Kart. 177, Escadre-Commando-Tagsbefehl No. 127, Chefoo, 28. 7.1901. 2450 Die Verlesung in drei Sprachen zeigt deutlich die Nationalitäten-Vielfalt. Für die k. u. k. Kriegs- Marine liegen keine näheren Angaben vor, für die österreichsich-ungarischen Armee liegen für 1900/01 folgende Zahlen vor: „430 000 Slaven, 227 000 Deutsche, 120 000 Magyaren, 48 000 Rummänen und 14 000 Italiener. Die Slaven theilen sich in 174 000 Czechen, 76 000 Polen, 75 000 Ruthenen, 75 000 Kroaten und Serben und 28 000 Slovenen.“ (Armeeblatt, 20. Jg., Nr. 11 vom 13.3.1901, S. 7). 2451 KA, MS/OK 1901-V-5/17, No. 2 121, fol. 135', ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 811/M. Vorfallenheits­bericht für die Zeit vom 16.7. bis 28.7.1901 (In See, 28.7.1901). 2452 „Art.l. [...] Morgen um 2 p. m. überschiffe ich mich auf S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ und trete mit diesem Schiffe und S.M.S. „Zenta“ die Heimreise an. Gleichzeitig wird das k. u. k. Escadre- Commando in Ost-Asien aufgelöst. Der Commandant S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ verbleibt als rangsältester Befehlshaber auf der ostasiatischen Station.“ [KA, EA 1901, Kart. 177. Escadre-Commando-Tagsbefehl No. 126, Chefoo, 27. 7.1901], 2451 „Vorher besichtigte ich noch die ausgerückten Bemannungen auf S.M. Schiffen .Kaiserin und Königin Maria Thereisa’ und ,Aspem’, hielt an die Unteroffiziere kurze Ansprachen und verabschiedete mich von den Stäben“ (KA, MS/OK 1901-V-5/17, No. 2 121, fol. 135v, ECiO an RKM/MS, Res.Nr. 811/M. Vorfallenheitsbericht für die Zeit vom 16.7. bis 28.7.1901 (In See, 28.7.1901). 628

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