Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Notwendigkeiten Oder Interessen: Das Settlement In Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing

Georg Lehner - Monika Lehner Munitionsgebäude ausgeführt werden. Die Bauarbeiten wurde Anfang September 1901 begonnen und sollten bis zum Spätherbst annähernd vollendet sein.2419 Insgesamt sollte Kowarski fur die Zwecke des k. u. k. Detachements Bauten mit einer Nutzfläche von 2 797,34m2 errichten,2420 wofür er 94 420,07 mexikanische Dollar veranschlagte. Diese Summe erhöhte sich noch einmal um 3 680,00 mexikanische Dollar für Tum- und Fechtsäle (welche Zugleich als Mannschaftsschul- und Speiseräume dienen sollten) mit 160 m2 Nutzfläche. Obwohl auch bei diesen Bauten auf eine solide Ausführung geachtet wurde, stand im Vordergrund die Beschleunigung der Trockenstellung der Mauern, um die Räumlichkeiten sofort beziehbar zu machen. Anders als die Gebäude der Gesandtschaft, sollten die Bauten für das k. u. k. Detachement mit landesüblichen Ziegeln oder eventuell mit Zementplatten eingedeckt werden. Generell kamen - im Gegensatz zu den Bauten für die k. u. k. Gesandtschaft - auch „chinesische“ Materialien zum Einsatz, um die rasche Fertigstellung der Gebäude zu gewährleisten. Nachdem der Großteil der Bauarbeiten abgeschlossen war, äußerte das Reichs- Kriegs-Ministerium dem Ministerium des Äußern gegenüber Bedenken sowohl gegen die für die Verteidigung der Gesandtschaft als auch gegen die für die Unterbringung der Gesandtschaftswache angelegten Bauten.2421 Abgesehen von diesen Querelen2422 rächte sich bald große Eile bei den Bauarbeiten: schon nach kurzer Zeit waren einige der Bauten dringend emeuerungsbedürffig.2423 419 HHStA, A R. F 6/28, fol. 402', [Ferdinand Kowarski], „Anlage der Militäquartiere, Befestigungsbauten und Regulierungen auf den Gründen der k. u. k. österr. u. ung. Gesandtschaft in Peking“ [Der Text war ursprünglich Beilage zu einem Bericht des k. u. k. Gesandten in Beijing vom 22.10.1901, dieser Bericht erliegt in: Ebenda, Czikann an MdÄ, Bericht No. XLVI1, Peking, 22.10.1901], 2420 Ebenda, fol. 407'. 2421 KA, MS/PK 1902-XH-14/2, No. 2 361, Commando des k. u. k. Wach-Detachements in Chili an Czikann, Res. Nr. 19 (pro actis), Peking, 30. Mai 1902. 2422 Diese Auseinandersetzungen waren wohl einmal mehr Ausdruck des permanenten Gegensatzes zwischen dem Ministerium des Äußern und dem Reichs-Rriegs-Ministeriums - in dem doch schon ziemlich fortgeschrittenen Stadium der Bauarbeiten wären größere Änderungen kaum möglich gewesen. 2423 Siehe dazu die entsprechenden Aktenstücke: KA, MS/OK 1903-XI-2/1, KA, MS/OK 1904-XI-2/1 und KA, MS/OK 1905-XI-2/1. 621

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