Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Notwendigkeiten Oder Interessen: Das Settlement In Tianjin und der Bau der Quartiere in Beijing

Georg Lehner - Monika Lehner Putzarchitektur“ erhalten, Stiegenhaus, Gänge und Toiletträume mit Öl- oder Lackfarben gestrichen werden. Kowarski erklärte, der Bau zeige sich in edlen, einfachen Formen des Wiener Empirestils bedungen durch die im Lande zur Verfügung stehenden Materialien und Hilfskräfte. Besonders Gewicht wird auf die Ausschmückung und künstlerische Durchbildung der Repräsentationsräume gelegt. [...] Die Anlage erfordert nach Aussen grosse Öffnungen, was der landesüblichen Sitte grosse Fenster anzulegen entsprechen sollte. Auch die Anlage der Galerien und Loggien erscheint dem Klima und somit auch dem Character der chinesischen Baukunst zu entsprechen. Vorzüglicherweise gelangt Flächenarchitektur, Flächenomamentik bei diesem Baue in Betracht. Flächen Wechsel in der Putzarchitektur, das Hervorragendste im Empire- Putzstil kommt zur reichlichen Anwendung.24"5 Die Unterkünfte der k. u. k. Gesandtschaftswache Um die Unterkünfte des Detachements in Beijing den künftigen Anforderungen entsprechend errichten zu können, hatte sich das Ministerium des Äußern mit dem Reichs-Kriegs-Ministerium in Verbindung gesetzt. Reichs-Kriegs-Minister Krieg­hammer hatte eine „Raumerfordemis-Nachweisung für die Unterkünfte des nach Peking in Aussicht genommenen Besatzungs-Detachements“ ausarbeiten lassen.2406 In diesem „Ausweis“ wurden penibel alle räumlichen Anforderungen für die Unterbringung von 4 Offizieren und 200 Mann (darunter 15 Unteroffiziere2407) „sammt Nebenerfordemissen“2408 aufgelistet, wobei bemerkt wird, dass die angesprochenen Räume auf Grund der für Normal- Friedensunterkünfte bestehenden Grundsätze ermittelt sind. Inwieweit die zur eventuellen Beistellung angeführten Nebenerfordemisse für speciell militärische Zwecke anzulegen sind, muss von der baulichen Ausgestaltung des k. und k. Gesandtschafts-Territoriums respective davon abhängig gemacht werden, ob der Besatzung etwa anderweitig für gleiche Zwecke bestimmte Ubicationen zur Nothbenützung verfügbar sein werden. 09 Die Auflistung des Kriegsministeriums erfasste die allen Vorschriften entsprechenden Anforderungen, jedoch keine Aussagen über die Anordnung derselben auf dem Gesandtschaftsterrain. Für Wohnräume (Wohnungen für 1 Hauptmann und 3 Subaltem-Offiziere sowie Mannschaftszimmer für 200 Mann); Waschküchen, Werkstätten (Schuster, Schneider, Sattler, Büchsenmacher, Schlosser, Schmied, Tischler), Mannschaftsküche, Speisesäle, Arreste, Krankenzimmer,2410 Kanzlei und andere HHStA, A R. F 6/28, fol. 274'-275r. HHStA, A.R. F 6/28, 6-Palais Peking-1/63, fol. 255', RKM an MdÄ, Präs. Nr. 3749, Wien, 22.6.1901. Von den 200 Mann sollten 160 Infanteristen und 40 Artilleristen sein. (Ebenda, fol. 256', RKM an MdÄ, Präs. Nr. 3749, Wien, 22.6.1901). Ebenda, fol. 256', RKM an MdÄ, Präs. Nr. 3749, Wien, 22.6.1901. Ebenda, fol. 255', RKM an MdÄ, Präs. Nr. 3749, Wien, 22.6.1901. Ein Isolierzimmer für an Infektionskrankheiten Leidende wurde nicht unter den unbedingt notwendigen Erfordernissen angeführt. 619

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