Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

der vier Lager bei Xinhe, aller Befestigungen bei Dagu2240, alle Befestigungen bei Beitang2241 sowie alle Forts bei Lutai und zwischen Tonghe und Shanhaiguan, die weniger als 2 000 Meter von der Bahnlinie entfernt sind. In der Frage der Besetzung strategischer Punkte einigte man sich auf die Notwendigkeit, Tianjin und Shanhaiguan/Qinhuangdao permanent und mit einer größeren Anzahl von Truppen zu besetzen - in Tianjin mit einer internationalen Truppe von 2 000 Mann, in Shanhaiguan/Qinhuangdao 1 500 Mann,2242 wobei Österreich-Ungarn in Tianjin und Shanhaiguan kleine Detachements stellen sollte. Dazu kamen Kontingente von jeweils 300 Mann (davon 50 Berittene) in Huangcun, Langfang, Yangcun, Junliangcheng, Tanggu, Lutai, Tangshan, Luanzhou, Changli,2243 wobei in jeder Garnison nur Truppen einer Nation stehen sollten.2244 Darüber hinaus sollte jedoch jede Nation das Recht erhalten an einzelnen Punkten, wie etwa in Tanggu kleine Posten zu unterhalten.2245 Czikann bemerkt dazu weiter, dass der von dem Grafen Montecuccoli ausser für Tientsin auch für Shanhaikuan beantragte kleine Militärposten namentlich für den Fall in Aussicht gestellt wurde, als ein oder mehrere k. u. k. Kriegsschiffe sich im Hafen von Shanhaikuan-Chingwangtao aufhalten sollte, und die Verproviantirung der Detachements in Peking und eventuell Tientsin die Unterhaltung eines Militär-Postens im Hafen von Shanhaikuan nothwendig oder wünschenswerth machen würde.2246 Am 9. April reiste KA Montecuccoli nach Tanggu, wo er sich auf dem Tender einschiffte, um auf das Flaggenschiff zurückzukehren.2247 Am Abend des 10. April liefen S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ und S.M.S. „Zenta“ aus, um im offenen Meer Übungen durchzuführen.2248 Die Tätigkeit der k. u. k. Escadre für Ostasien 1901 Am rechten Ufer die Uferbatterien und das anschließende Lager, das Südfort auf dem linken Ufer und die Forts im Nordwesten und im Norden. Die Forts und alle Befestigungsbauten zwischen den Forts und der Bahnlinie. 2242 ln Tianjin sollten Kontingente aus dem Deutsche Reich, aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Japan,in Shanhaiguan/Qinhuangdao sollten Truppen aus Russland, Frankreich, Großbritannien, Japan und dem Deutschen Reich stationiert werden. 2245 In der französischen Fassung des Schreibens werden folgende Schreibweisen verwendet: „Houang- tsoun, Langfang/Lanfang, Yangtsoun, Chienlieng chang, Tongkou, Loutai, Tongshau, Lantcho, Tchanli.“ Die angeführten Transkriptionen basieren auf: Guo Tingyi, Jindai Zhongguo shigang [Abriß der neueren Geschichte Chinas], Taibei, o. J., Nachdruck, vermutl. 1978, S. 335. 2244 Dabei wurde folgende Aufteilung geplant: Italien besetzt Huangcun, das Deutsche Reich Langfang und Yangcun, Frankreich Junliangcheng und Tanggu, Großbritannien Lutai und Tangshan und Japan Luanzhou und Changli. 2245 Zu den Beschlüssen siehe ACNP, Annexe No. 101, Lettre du Maréchal de Waldersee au Doyen du Corps Diplomatique, Pékin, Palais d’hiver, le 6 Avril 1901 [Eine deutsche Übersetzung dieses Schreibens liegt bei: HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 298'-301v, Czikann an Gotuchowski, Bericht No. 18, Peking, 10.4.1901], Kursorische Bemerkungen dazu enthält auch: KA, MS/OK 1901-V- 5/11, No. 1 197, fol. 85v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901. 2246 HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 297', Czikann an Gotuchowski, Bericht No. 18, Peking, 10.4.1901 2247 Wegen eines Sandsturmes musste der Tender über Nacht im Baihe verankert werden und KA Montecuccoli konnte sich erst am 10. April morgens einschiffen (KA, MS/OK 1901-V-5/11, No. 1 197, fol. 85v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901). 2248 Ebenda, fol. 86r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 380/M, Taku-Rhede, 16.4.1901. 569

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