Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Georg Lehner - Monika Lehner Trimmung durch Belastung des Vorschiffes - im Ganzen durch 144 Tonnen2124 - wodurch die Tauchung auf 6.60 Meter 21 8 engl, herabgemindert worden war, wurde nach Einschiffung des Shanghai-Lotsen der Ankerplatz im Wusung [Wusong] verlassen und um 2 1/2 h p. m. gegen die innere Wusung[Wusong]-Barre zugesteuert, und diese bei einem Wasserstande von 22 2 engl, gegen 3 1/4 h p. m. passiert.2125 Um es deutlicher zu sagen: Zwischen Schiffsboden und Grund waren genau 10,16 cm (!). Durch die Bemühungen des k. u. k. Konsuls Julius Pisko hatte das Flaggenschiff eine sehr günstige gelegene Boje der „Peninsular & Oriental Steam Ship Company“ erhalten, an welcher geankert wurde:2126 Die Anwesenheit eines so gross aussehenden Schiffes wie „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ gehört in Shanghai zu den Seltenheiten und trägt der günstig gelegene Vertäuplatz vor dem ,Bund’ jedenfalls dazu bei, dass das Schiff hier den vortheilhaftesten Eindruck hervorruft.2127 Die ersten Tage des Aufenthaltes in Shanghai standen im Zeichen von Besuchen, wobei neben den üblichen Besuchswechseln mit den Kommandanten der anwesenden Kriegsschiffe auch die Befehlshaber der gelandeten Truppen an Bord erschienen - ebenso wie Vertreter von katholischen Missionen, der Zollverwaltung und Hermann Mandl, der Vertreter von Krupp in China, Herr Demarteau und andere. Obwohl am Flaggenschiff einige Reparaturen nötig gewesen wären, konnte sich KA Montecuccoli nicht entschließen, sie in Shanghai durchfuhren zu lassen: Die Dockgesellschaft „Famham & Co.“ hatte alle Werften und Werkstätten in Wusong aufgekauft; und da sie mithin keine Concurrenz zu fürchten braucht stellt sie für alle Arbeiten dermassen abnorme Preise, dass die meisten reparaturbedürftigen Schiffe, mit Ausnahme von dringenden Fällen, es vorziehen, eigens nach Japan zu fahren, um Dockungen oder sonstige Reparaturen durchführen zu lassen.2128 * Dies geschah durch „Umstauen von Geschossen, Proviant und Kohle, Entleeren der achteren Kessel und Füllen der Bugzelle und zwei vorderer Soodräume.“ (Ebenda). KA, MS/OK 1901-1V-5/5, No. 683, fol. 29*, ECiO an RKM/MS, Res. No. 163/M, Shanghai, 12.1.1901. „Da die Vertäuung an einer Boje bei dem geringen Manövrierraum bei Fluthstrom gefährlich ist, musste das Flaggenschiff um 4h p. m. bis zum Kentern des Stromes, flussabwärts von Shanghai verankert werden. Gegen 6 h p. m. konnte gelichtet und das Schiff nach Sonnenuntergang an der Boje der Peninsular & Oriental Steam Ship Company vertäut werden.“ (KA, MS/OK 1901-V-5/7, No. 734, fol. 53, ECiO an RKM/MS, Res. No. 173/M, Shanghai, 16.2.1901). Ebenda, fol. 53v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 173/M, Shanghai, 16.2.1901. KA, MS/OK 1901-V-5/7, No. 734, fol. 53r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 173/M, Shanghai, 16.2.1901. 542

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