Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die Tätigkeit der K. U. K. Escadre für Ost Asien 1901

Zu dieser Audienz wurde KA Montecuccoli von den Kommandanten LSK Wilhelm Weber (S.M.S. ,Aspern“) und FK Carl Skala (S.M.S. „Zenta“) und dem stellvertretenden Kommandanten S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“, Gesamt-Detail-Offizier KK Heinrich Cosulich de Pecine, sowie von seinem Stabschef KK Friedrich Schwickert und den Flaggenlieutenants LSL Carl Kailer und LSL Carl Prica begleitet.2086 Während sich der Escadre-Kommandant auf einen dreitägigen Urlaub nach „Nikko“2087 begab, wurden die Instandsetzungsarbeiten an den Maschinen- und Kesselanlagen und Bord- und Anstreicharbeiten auf den drei Schiffen fortgesetzt. Vom 24. auf den 25. Dezember verbrachte das Kommando S.M.S. „Kaiserin und Königin Maria Theresia“ eine unruhige Nacht: Am Abend war der italienische Kreuzer „Stromboli“ eingelaufen und hatte - nach der Anweisung des Lotsen (!) so geankert, dass sein Heck nur 40 m vom Bug des Flaggenschiffes entfernt war.2088 Einer vollkommen windstillen Nacht ist es zu danken, dass keine Havarien zu verzeichnen waren, welche lediglich beim Strecken der Kette hätten bereits eintreten können. Beim Besuche, welchen der Kommandant des Schiffes, Capitano di vascello Cecconi, am folgenden Tage bei mir abstattete, entschuldigte er sich wegen dieser Vertäu[u]ng mit der Begründung dass ihm der Hafenlotse den Ankerplatz angegeben und als gut bezeichnet hatte.2089 S.M.S. ,Aspern“ sollte S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ als Stationsschiff vor Shanhaiguan ablösen.2090 Die Übergabe des Stationsdienstes fand in Weihaiwei statt, wo beide Schiffe ihre Kohlenvorräte ergänzten.2091 KA Montecuccoli hatte sich nach längeren Verhandlungen entschlossen, die planmäßige Dockung von S.M.S. „Zenta“ in den Docks von Uraga2092 durchführen zu lassen. Das Schiff ging am Morgen des 26. Dezember ab und wurde um 10.30 Uhr eingedockt. Nach der Reinigung des Schiffsbodens und einem doppelten Anstrich wurde das Schiff schon am 28. Dezember um 11.30 Uhr, „also nach ungefähr 49 Stunden“ wieder ausgedockt.2093 Die Tätigkeit der k. u. k. Escadre für Ostasien 1901 2086 p /y XXX/14, fol. 270', Ambro an Gotuchowski, Bericht No. 98, Tokio 19.12.1900. 2087 D. i. Nikko (Nihon ni-kakokugo atorasu/Japan. A Bilingual Atlas, Kodansha International, To- kyo/New York/London, 66. Aufl. 1996, S. 25 I 4). Siehe auch Papinot (repr. 1986), S. 448. 2088 Die Schiffe wurden in den Häfen bei Stürmen trotz sorgfältiger Verankerung oft mehrere hundert Meter abgetrieben, was die Erregung KA Montecuccoli’s verständlicher macht. 2089 KA, MS/OK 1901-V-5/4, No. 368, fol. 24\ ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. 2090 Ebenda, No. 368, fol. 24v-25r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. 2091 Ebenda, No. 368, fol. 25v, ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. S.M.S. „Aspern“ ging dann über Yantai/Zhifu nach Shanhaiguan, S.M.S. „Kaiserin Elisabeth“ ging nach Japan, um sich mit den Schiffen der Escadre zu vereinigen. 2092 Hafen an der Einfahrt zur Bucht von Tokyo. 2093 KA, MS/OK 1901-V-5/4, No. 368, fol. 25r, ECiO an RKM/MS, Res. No. 474/M, Kobe 31.12.1900. Zur Abreise der k. u. k. Escadre von Yokohama siehe auch: HHStA, 1B Kart. 427, 1901-109/377/4 I.B. Jehlitschka an MdÄ, Bericht No. LX, Yokohama, 28.12.1900. 535

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