Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen

sowohl die Reform des zongli yamen'907 als auch die Reform des Zeremoniells bei Audienzen in den Forderungskatalog aufgenommen. Auf Vorschlag des k. u. k. Gesandten wurde der Terminus „zongli yamen“, der nach Czikann „en effect l’idée d’un bureau ou d’un tribunal“1907 1908 inkludierte, weggelassen.1909 Auf einstimmigen Beschluss wurde als künftiger Artikel 11 festgesetzt: Le Gouvernement Chinois s’engage à réformer l’Offfice des Affaires Etrangères et à modifier le cérémonial de Cour relatif à la réception des Représentants Etrangers, dans le sens que les Puissances lui indiqueront.1910 Diese Behörde sollte von einem oder zwei Mitgliedern des junjichu [Staatsrat1911] geleitet werden.1912 Tatsächlich wurde das waiwubu [Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten] mit kaiserlichem Edikt vom 24. Juli 1901 eingerichtet. In einem Edikt an den Staatsrat hieß es unter anderem: Wir ernennen Yikuang Prinz Qing, Prinz 1. Ranges, zum Präsidenten des waiwubu, Wang Wenshao, Groß-Sekretär des tiren’ge, zum Vizepräsidenten und Qu Hongji, Minister des gongbu [Ministerium für öffentliche Arbeiten]1913, seinen Titel zu behalten, doch als Vizepräsident zu fungieme, Xu Shoupeng1914 [...] und Lianfang1915 [...] als Ersten und Zweiten Direktor [ _].1916 Die „Friedensverhandlungen" zwischen China und den Mächten ... 1907 Vorläufer-Organisation eines Außenministeriums. 1908 ACNP, 6e séance, 8.11.1900 [16], 1909 Diesen Standpunkt teilten auch die Vertreter Großbritanniens und Italiens. Salvago-Raggi erklärte, es gehe darum, daß anstelle des bisherigen „bureau" oder „tribunal" ein „echtes Ministerium“ eingerichtet werde, das von einer Person geleitet wird, mit der die Vertreter der Mächte Zusammenarbeiten könnten. (Ebenda). Sir Emest Satow äußerte sich ähnlich wie Czikann: „[... Le] mot Yamen inidique une administration et non un Ministère d’Etat" (ACNP, 7e séance, 12.11.1900 [17]). 1910 ACNP, 6e séance, 8.11.1900 [16], In der Sitzung vom 13.11.1900 wurde diese Formulierung einstimmig angenommen (ACNP, 8e séance, 13.11.1900 [23]). 1911 Höchste Zentralbehörde, um 1730 eingerichtet. Siehe dazu: H. S. Brunnert, V. V. Hagelstrom (o.J.), Nr. 128, S. 41 f. Zu den ursprünglichen Agenden des junjichu vgl. Beatrice Bartlett, Monarchs and Ministers; Zhang Deze, Qingdai guojia jiguan kaolüe [Kurzgefaßte Darstellung der staatlichen Einrichtungen der Qing-Zeit], Beijing 1981, 2. Aufl. 1984 sowie: Li Pengnian, Qingdai zhongyang guojia jiguan kaishu [Abriss der staatlichen Zentralverwaltung der Qing-Zeit], 2. Aufl. Beijing 1989. 1912 ACNP, 7e séance, 12.11.1900 [17], 1913 Zu den Aufgaben dieses Ministeriums gehörten u.a. alle öffentlichen Bauten, Schiffsbau, Brücken, Schleusen, Kanäle, Grabanlagen, Tempel, Stadtmauern, und es legte die Maße und Gewichte fest. Siehe dazu: H. S. Brunnert, V. V. Hagelstrom, Present Day Political Organization of China, Revised ed., ed. N. Th. Kolessoff, o.O., o.J., No. 460, S. 152. 1914 Zur Biographie: ZJC, S. 586. 1915 Zur Biographie: MZDC, S. 728. 1916 H. S. Brunnert, V. V. Hagelstrom, Present Day Political Organization of China, Revised ed., ed. N. Th. Kolessoff, o.O., o.J., S. 106 f. 497

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