Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen

(c) Religionsfreiheit erlaubt wird.1897 Aufgrund der vielschichtigen Interessen der einzelnen Mächte wurde die Religionsfreiheit sehr rasch gestrichen, diese Regelung sollte in den später abzuändemden bilateralen Verträgen geregelt werden. Über die Punkte (a) und (b) konnte jedoch keine Einigung erzielt werden und so sollte jeder bei seiner Regierung um Instruktionen bitten.1898 Während man noch auf Instruktionen wartete, einigten sich die Diplomaten auf die Formel: Le Gouvernement Chinois fera afficher pendant 2 ans, dans toutes les sous- préfectures un décret Impérial portant: § a. Défense perpétuelle1899 sous peine de mort de faire partie d’une société anti-étrangère1900. § B. Énumération des peines qui auront été infligées aux coupables, y compris la suspension de tous les examens officiels dansées villes où des étrangers ont été massacrés ou on subi des traitements cruels. § C. Un Édit Impérial sera rendu et publié dans tout l’Empire, déclarant que tous les Gouverneurs Généraux et Gouverneurs1901, et les fonctionnaires provinciaux ou locaux seront respon­sables de l’ordre dans leur circonscriptions, et, qu’en cas de nouveaux troubles anti­étrangers, ou encore d’autres infractions aux traités qui n’auraient pas été punis, ces fonctionnaires seront immédiatement révoqués sans pouvoir être appelés à de nouvelles fonctions ni recevoir de nouveaux honneurs.1902 In der Sitzung vom 31. Januar 1901 schlug Czikann vor, die Bevollmächtigten Chinas um Vorlage der vom Hof zu veröffentlichenden Edikte über Unterdrückung und Bestrafung künftiger ausländerfeindlicher Aktivitäten zu ersuchen.1903 Artikel II - Die Änderung der Handels- und Schifffahrtsverträge Die Handelsverträge, die die Mächte im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit China abgeschlossen hatten, genügten den wachsenden Anforderungen nicht mehr. Daher waren vor der Eskalation der aufständischen Bewegungen Verhandlungen zwischen den einzelnen Mächten und China im Gange, die zahlreiche Themenkreise umfassten: 1) Verbesserung der Schifffahrtswege zu den Haupthandelsplätzen. a) Verbindung zwischen Shanghai und dem Meer. b) Schifffahrt auf dem Baihe zwischen Tianjin und dem Meer (inklusive der Barre von Dagu). Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten ... 1877 ACNP, 3e séance, 31.10.1900 [7], 1898 Ebenda, [8], 1899 Zusatz auf Vorschlag von Sir Emest Satow, vgl. ebenda. 19011 Im Vorschlag der Redaktion hieß es ursprünglich société des Boxeurs“. Diese Fomulierung wurde fallengelassen, da sie zu spezifisch erschien - und andere ausländerfeindliche Bewegungen ebenso verboten sein sollten. 1901 Im Entwurf stand zunächst „Gouverneurs Généraux (vice-rois)“. Der Zusatz „vice-rois“ wurde auf Antrag Mumms gestrichen, da dies eine ungenaue Übersetzung eines chinesischen Begriffes sei, die nicht von allen Vertretungen verwendet werde. Die Beifügung „et Gouverneurs“ hatte Sir Emest Satow vorgeschlagen. 1902 ACNP, 8e séance, 13.11.1900. [23], 1903 ACNP, 21e séance, 31.1.1901. 495

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