Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)

Die „Friedensverhandlungen“ zwischen China und den Mächten - Verlauf, Abschluss und Unmittelbare Folgen

Georg Lehner - Monika Lehner 4° Les cimetières étrangers, à Pékin notamment, on tété profanés, les tombes ouvertes, les ossements dispersés. Ces événements ont amené les Puissances Etrangères à envoyer leurs troupes en Chine, afin de protéger l’existence de leurs Représentants et de leurs nationaux, et de ré- tabir l’ordre. Dans leur marche sur Pékin, les Armées Alliées se sont heurtées à la résis­tance des années Chinoises et ont dû la vaincre par la force.1658 Nach dieser allgemeinen Einleitung folgten die eigentlichen Forderungen. La Chine, ayant reconnu sa responsabilité, témoigne ses regrets1'”9 et manifesté] le désir de voir cesser la situation créée par les désordres dont il s’agit, les Puissances ont résolu d’accéder à sa demande aux conditions irrévocables énumérées ci-après, qu’elles jugent indispensables pour réparer les crimes commis et en prévenir le renouvelle­ment.1660 Danach folgen nun die „Zwölf Forderungen“, die im Folgenden diskutiert werden. Nach der grundsätzlichen Einigung über die zu erhebenden Forderungen begann das Feilen am Text. Immer wieder mussten die Diplomaten - nach entsprechenden Weisungen ihrer jeweiligen Regierungen - einzelne Wörter abändem:1661 Während die Vertreter der Mächte in Beijing an Formulierungen feilten, diskutierten die Kabinette den Mitte November vorgelegten Entwurf der Note. Die zahlreichen Änderungsvorschläge1662 verzögerten die Unterzeichnung der Note wieder und wieder und machten die Meinungsbildung in Europa schwierig. Graf Goluchowski hatte die k. u. k. Vertreter in Berlin, Rom, London, Paris und St. Petersburg kurz über die - zu diesem Zeitpunkt nur elf1663 - Forderungen, die in Beijing ausgearbeitet worden waren, informiert und sie angewiesen, die Positionen der jeweiligen Regierungen zu sondieren.1664 * ma, chancelier de la Légation du Japon, accomplissant une mission officielle, a été tué par des régu­liers aux portes de la ville. [...]“ (HHStA, P.A. XXIX/15, fol. 51', „Original-Erklärung der chines. Bevollmächtigten“. Beilage ad: Czikann an Gotuchowski, Bericht No. 4, Peking, 24.1.1901). Nishi forderte auch, dass dieser Paragraph direkt nach dem zur Ermordung Kettelers stehen sollte. Dadurch hätte jedoch der gesamte Text geändert werden müssen, worauf Nishi darauf nicht weiter bestand. Zur Diskussion um die Änderung s. ACNP, 1 le séance, 4.12.1900 [33 f.]. 1658 ANCP, 7e séance, 12.11.1900 [19], 1659 Damit wird direkt auf den Entwurf einer Konvention zwischen China und den Mächten Bezug genommen, der den Gesandten am 20.10.1900 zugegangen war. Siehe ACNP, Annex No. 8 [4-6], 1660 ACNP, 7e séance, 12.11.1900 [19], 1661 Eine Diskussion aller Einzelheiten erscheint in diesem Kontext wenig sinnvoll, es werden nur einige Beispiele angeführt. 1662 Auf diese Änderungs wünsche und ihre konkrete Umsetzung wird bei der Besprechung der einzelnen Forderungen detailliert eingegangen. 1663 Der später Artikel 3 (Sühne für die Ermordung Sugiyama’s) wurde erst im Dezember von Japan beantragt, s.u. 1664 Siehe HHStA, P.A. XXIX/22, Gotuchowski an Szôgyény (Berlin, Telegramm No. 108), Pasetti (Rom, Telegramm No. 60), Deym (London, Telegramm No. 50), Dumba (Paris, Telegramm No. 65), Kinskÿ (Petersburg, Telegramm No. 61), Wien 23.11.1900. 448

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