Georg Lehner, Monika Lehner (Hrsg.): Sonderband 6. Österreich-Ungarn und der „Boxeraufstand” in China (2002)
Österreich-Ungarns Maritim-Militärische Präsenz in China: Vom Entsatz der Gesandtschaften bis Ende Januar 1901
Georg Lehner - Monika Lehner gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Sajiz berichtete dem Landungs- Detachement-Kommando, dass er auf dem Rückmarsch die in Nankou und Shahe errichteten k. u. k. Etappen „in bester Ordnung“ vorgefunden habe und dass das Verhalten der Etappenkommandanten Junowicz und Kubelka sowohl vom Kommandanten als auch von den Stabsoffizieren des Expeditionskorps „in Ausdrücken höchster Anerkennung wiederholt gelobt“ worden war.1577 Generalmajor Freiherr von Gayl machte dem k. u. k. Landungs-Detachements- Kommandanten „einige sehr schmeichelhafte Bemerkungen über die k. u. k. Abtheilung.“ - Diese Abteilung nahm am 5. Dezember auch an der Trauerfeier für Oberst Yorck von Wartenburg teil.1578 1579 Im Rahmen der mehr als drei Wochen dauernden Expedition nach Zhangjiakou hatten Deutsche, Österreicher-Ungarn und Italiener einschließlich der Nebenexpeditionen etwa 500 Marschkilometer bei äußerst schwierigen Witterungsund Geländebedingungen zurückgelegt.'579 Expeditionen der k. u. k. Detachements im Januar 1901 Guanshi Erst Anfang Januar 1901 bot sich den k. u. k. Matrosen die nächste Gelegenheit zu eigenständigen Expeditionen in die Umgebung von Beijing. Hiebei erhielten vor allem die jüngeren Offiziere Gelegenheit, diese Operationen zu führen. Seekadett Eberhard Ritter von Jettmar wurde vom Landungs-Detachements-Kommando beauftragt, eine Streifung in die Gegend von Yangfang und Guanshi zu unternehmen, da dort — etwa 30 Kilometer nordwestlich von Beijing - Yihetuan vermutet wurden. Jettmar hatte schon Mitte November 1900 mit einigen Matrosen von der Etappe in Shahe aus diese Gegend rekognoszieren können. Mit dem III. Zug der k. u. k. Matrosen-Kompanie - bestehend aus zwei Unteroffizieren, drei berittenen Matrosen und 27 Mann - brach Jettmar um ein Uhr nachmittags des 4. Januar 1901 vom Chongzhai auf. Der aus fünf Wagen bestehende Train wurde zudem von drei Matrosen und drei chinesischen Lastenträgem begleitet. Auf zwei Wagen wurde Proviant für fünf Tage mitgeführt, auf den Übrigen drei wurden die Decken und Pelze für die Mannschaft mitgeführt. Sechs Kisten Munition wurden auf drei Maultiere gepackt. Die Mauern von Beijing verließ der Zug durch das Deshengmen. Da der tags zuvor gefallene Schnee zu schmelzen begann, kam man mit den Wagen nur sehr langsam voran; nach einem dreieinhalbstündigen Marsch fand das Detachement in Qinghe in einem großen Gasthof Quartier. Dort konnte auch der Train untergebracht werden. Weder die Befragung der Bevölkerung noch die Rekognoszierung des Ortes ließen Rückschlüsse auf Aktivitäten der Yihetuan zu. Am 5. Januar brach Jettmar mit 1517 KA, MS/OK 1901-X-14/1, Nr. 692, LSL Heinrich Sajiz an LDP, Peking, 20.12.1900. 1578 KA, MS/OK 1901-XI-2/I, Nr. 443, ECiO an RKM/MS, Res. No. 89/m, Missionsbericht für die Zeitperiode vom 1. bis 15.1.1901, Mitsu, 16.1.1901. 1579 Vgl. dazu Winterhaider (1902),S. 522 undWöjcik (1902), S. 95. 430