Sonderband 4. Das Institutionserbe der Monarchie. Das Fortleben der gemeinsamen Vergangenheit in den Archiven (1998)

Manfred Stoy: Die Ausbildung von ungarischen Historikern am Institut für österreichische Geschichtsforschung

Manfred Stoy greuth Arnold (1841-1932, 1881 o. Prof, für deutsches Recht und österreichische Reichsgeschichte an der Universität Graz). Lehrangebot: Österreichische Geschichte, Vergleichende Quellenforschung mit Zugrundelegung der historia de expeditione Friderici imperatori, Über mittelalter­liche österreichische Geschichtsquellen, Vergleichende Quellenforschung (Th. Ebendorfer) von Jäger. - Geschichte Österreichs von der Gründung der Ostmark bis auf die neueste Zeit, Geschichte der Reformation und Geschichte der deutschen Kaiserzeit von Lorenz. - Chronologie, Paläographie und Paläographische Übungen von Sickel. Franz Supala, wenn auch schwerlich direkter ungarischer Herkunft (geb. in Neu­häusl in Ungarn), wurde bald Beamter an der Bibliothek des Ungarischen Natio­nalmuseums. Sickel hielt Supala für den Meistbefähigten des Kurses und bedauerte seinen Abgang. Supala hat damals das noch eher seltene Gesamtkalkül „ausge­zeichnet“ erhalten21. 3. Kärolyi Ärpad von (1853-1940). 11. Ausbildungskurs 1875-1877. Mitgl. Nr. 74. Bedeutende Mitglieder: Ottenthal Emil v., (seit 1904 o. Prof, für Geschichte des Mittelalters und historische Hilfswissenschaften an der Universität Wien, Instituts­vorstand 1904-1926, Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Hi­storica). - Uhlirz Karl (1854-1914, ab 1903 o. Prof, für österreichische Geschichte an der Universität Graz). - Werunsky Emil (1850-1942, 1892 o. Prof, für allge­meine Geschichte und historische Hilfswissenschaften an der deutschen Universität Prag). Lehrveranstaltungen: Geschichte der Staufer, Diplomatische Übungen, Lektüre lateinischer Urkunden und Chronologie von Sickel. - Lektüre mittelalterlicher Ge­schichtsquellen von Zeißberg. - Österreichische Geschichte von Lorenz. - Paläo­graphie des Spätmittelalters von Rieger. Kärolyi wurde 1853 in Pest geboren und starb 1940 in Budapest. Nach philoso­phischen und juridischen Studien an den Universitäten Pest und Wien (Dr. jur.) be­suchte er das Institut für österreichische Geschichtsforschung. Hier wurde ihm ar- chivalisches Fachwissen vermittelt und er schloß mit Engelbert Mühlbacher, Emil von Ottenthal, Oswald Redlich und Franz Wickhoff Freundschaft fürs Leben. 1877 trat er als Konzeptsadjunkt in das Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien ein, das damals dem k.u.k. Ministerium des Äußeren angegliedert war und österreichi­sche wie ungarische Beamte zu gemeinsamer Arbeit vereinte. 1909 wurde er zum Hofrat und Direktor des Hauses ernannt. 1913 trat er mit dem Titel und Charakter eines Sektionschefs in den Ruhestand. Im Jahre 1921 ernannte man ihn zum Direk­tor des neu geschaffenen Graf Kuno Klebelsberg Instituts für ungarische Ge­schichtsforschung in Wien (bis 1928). Kärolyi war weiters korrespondierendes Mit­glied der Wiener Akademie der Wissenschaften. Im Archiv verwaltete er die unga­21 Sickel: Römische Erinnerungen, S. 74. - Lhotsky: Geschichte, S. 101. 53

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