Sonderband 3. „wir aber aus unsern vorhero sehr erschöpfften camergeföllen nicht hernemben khönnen…” – Beiträge zur österreichischen Wirtschafts- und Finanzgeschichte vom 17. bis zum 20. Jahrhundert (1997)

† Peter Gasser: Karl VI., Triest und die Venezianer

Karl VI., Triest und die Venezianer Über Grennas Vorschläge hinausgehend wurde in dem Patent von 1731 der Inten- denza das Recht eingeräumt, in Merkantilfragen mit dem Vizekönig von Neapel und dem Internuntius bei der Pforte sowie den Konsulaten direkt zu korrespondieren. Ferner gestand man ihr bezüglich der Flaggen- und SchifFahrtspatente ein selbstän­diges Vorgehen dahingehend zu, als sie solche „SchifFs-Paß-Porten“ ohne die vorhe­rige Bestätigung der Hofkanzlei, Hofkammer oder des Spanischen Rates eigenmäch­tig ausstellen durfte. Zahlreich, aber unklar, waren die der Intendenza eingeräumten Kompetenzen (Punkt 33) des Patents vom 26. Mai 1731205. Spannungen mit den Grazer Stellen und mit der Triestiner Gemeindeverwaltung waren vorprogrammiert. Diese hatte von Anfang an den kaiserlichen Bestrebungen Unverstand und Mißtrauen entgegenge­bracht, da sie eine Beschneidung der städtischen Privilegien befürchtete. Einer kurzen Blüte folgte nach 1731 - durch den Zusammenbruch der orientali­schen Handelskompanie ausgelöst - eine Periode der Rezession. Die glücklos in Italien und auf dem Balkan geführten Kriege brachten in den letzten Regierungsjah­ren Karls VI. auch für Triest den Niedergang. Diese Situation schien jenem Perso­nenkreis, der dem „Adriaplan“ des Monarchen von Anfang an skeptisch gegenüber stand, Recht zu geben. Die Intendenza hatte gegen diese nunmehr wieder einfluß­reich gewordene Gruppe einen schweren Stand. Literatur Antonellis Martini, Lina de: Portofranco e Comunitä etnico-religiose nella Trieste settecentesca. Milano 1968. Arneth, Alfred von (Hrsg.): Die Relationen der Botschafter Venedigs über Öster­reich im 18. Jahrhundert. Wien 1863 (Fontes rerum Austriacarum 11/22). B a b u d i e r i, Fulvio: Squeri e cantieri a Trieste e nella Regione Giulia dal Settecen­to agli inizi del Novecento. Trieste 1986. Derselbe: Il porto di Trieste nel quadro della politica absburgica delTOttocento. In: Erzeugung, Verkehr und Handel in der Geschichte der Alpenländer. Festschrift für Herbert Hassinger zum 65. Geburtstag, hrsg. von Franz Hüter und Georg Zwa- nowetz. Innsbruck 1977, S. 21-34. Derselbe: Importanza del Porto di Trieste per l’economia della città e della Mon­archia absburgica della metà delTOttocento alTinizio del Novecento. Trieste 1968. Derselbe: Industrie, commerci e navigazione a Trieste e nella Regione Giulia. DalFinizio del Settecento ai primi anni del Novecento. Milano 1982 (Université di Trieste. Facoltà di scienze politiche 22). AVA Wien, Patentesammlung, Karton 13, Patent vom 26. Mai 1731: „... Was nun in dieser Instruktion nicht expresse enthalten, und doch in Vorfallenheiten ex supra dictis vernünftig argumentiret werden kann, oder was die Intendenza ferner zu Unserem Dienst nöthig und dienlich findet, solches solle derselben in Conformitate Superiorum hiemit ebenfalls eingeraumet seyn 107

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