Sonderband 2. International Council on Archives. Dritte Europäische Archivkonferenz, Wien 11. bis 15. Mai 1993. Tagungsprotokolle (1996)

3. Session / Séance. Sharing of Experience and Exchange of Staff / Partage d’Expériences et Echange des Personnes - Discussion / Interventions

3. Session/Séance: Discussion - Interventions indem ich diese Bedingungen nämlich gar nicht mehr verleihen kann, weil das Ge­setz es längst getan hat. Mehr Privilegien als Jedermann-Rechte nach einem Gesetz kann ich auch in einer besonderen Veranlagung nicht mehr gewähren. Der prakti­sche Schluß bedeutet - wenngleich ich zugeben muß, daß auf deutscher Seite nicht das Bundesarchiv, sondern die Konrad-Adenauer-Stiftung der Träger der Veranstal­tung ist -, daß wir zwei Gesetzgebungsseminare haben, für Ost- und Mitteleuropa, eines in Wien, eines in St. Augustin bei Bonn machen wollen, wo wir hoffen, daß wir die Erfahrungen eines Staates mit bestehendem vollständigen Rechtssystem vermitteln können. Maarten van Boven: In meinem Mobilitätsplan habe ich nicht den Histori­ker/Archivar, nicht den sogenannten höheren Dienst vor Augen gehabt, sondern die „middle ranks“ Archivare. Was fehlt, ist ein „Exchange programme“ für diese „middle ranks“ im Archivdienst. Kirill Anderson: We spoke about the East and West relations and about the stages for Eastern Europeans in the West. Of course, there are a lot of things we can learn in the West, but don’t forget that we have in Russia a long tradition of archival management, a tradition which is not similar to yours. The situation is similar to the situation of the historians, in general: Russian historians know historians of West better than the other way round. Just to enlarge the knowledge of Western archivists, I propose to organize stages, rather small stages, maybe two-week stages for archivists in Russia, about (1) history of Russia and (2) history and practise of archival management in Russian archives. With this opportunity, archivists would get a first impression about the pecularities of archival management in Russia. I make this proposal in order to avoid the often uncredible ignorance. Sometimes we get advice from people in Western Europe who think that white bears are working during the day in the Red Square in Moscow. Klaus Oldenhage: Ich kann Ihnen nur zustimmen. Aber leider ist es ja so, daß diese Möglichkeiten auch von unserer Seite beschränkt sind. Sie haben völlig recht, wir würden gerade auf dem Gebiet der Aktenkonservierung und -restaurierung sehr, sehr viel von Ihnen lernen können. In manchen Bereichen war die Sowjetunion füh­rend, nicht nur mit der Propaganda, sondern auch in der Wirklichkeit. Das ist durchaus bekannt und in diesem Sinne ist es gut, wenn Sie das noch einmal unter­streichen, wobei ich der Meinung bin, daß man auch das Prinzip der Gegenseitigkeit interpretieren muß, bevor man es unterstützt oder ablehnt. Gegenseitigkeit ist dann etwas gutes, wenn es den wechselseitigen Interessen entspricht, wenn es den Aus­tausch administrativ erleichtert. Gegenseitigkeit ist dann Unsinn, wenn eine Seite Erfahrungen der anderen übernehmen will - ich habe nicht gesagt, muß. Dort müs­sen wir umgekehrt verfahren. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Es war für mich eine Katastrophe, daß das auswärtige Amt in den Siebzigerjahren verlangte, als wir rumänische Kollegen, die zum Studium der deutschen Paläographie in Koblenz hatten, um deutschsprachige Akten in rumänischen Archiven professionell bearbeiten zu können, daß jetzt auch 316

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