Jürgen Pohl: Sonderband 1. „Die Profiantirung der Keyserlichen Armaden ahnbelangendt” – Studien zur Versorgung der kaiserlichen Armee 1634/35 (1989)

B Der Rahmen - B1 Das Heer - Versuch der Errechnung der Heeresstärke

Studien zur Versorgung der Kaiserlichen Armee 1634/35 Die gesamte Armee umfaßt somit rechnerisch: Rgmt Kp Soldaten I 55 506 61.122 C 49 439 28.249 D 13 99 4.804 K 12 109 6.492 E 129 1.149 100.667 In der Region, die in dieser Arbeit betrachtet werden soll, halten sich in dem Zeitraum 1634/35 die Hauptarmee sowie die Truppen in Breisach auf. Die Gesamtstärke dieser Truppen belief sich auf knapp 36.000 Sol­daten. Dazu muß die gleiche Anzahl an Mitläufern aller Art gerechnet werden, so daß von einer Gesamtzahl von 72.000 Menschen ausgegangen werden muß, die es zu verpflegen galt. Davon sind ca. 12.000 in Breisach und die anderen 60.000 mit der Hauplarmee unter dem Kommando von König Ferdinand III. und General Gallas unterwegs. Die Hauptarmee war am 22. 5. in Pilsen gemustert worden. Eine Woche später vereinigte sie sich mit den - recht kläglichen - Resten der aldringischen Armee bei Donaustauf wenige Kilometer östlich von Regensburg. Regensburg selbst wurde erst am 30. 7. erobert. Einen Monat später trifft die Armee vor Nördlingen ein, das knapp 200 Kilometer von Regensburg entfernt liegt. Nach der Schlacht (5./6. 9.) wird am 20. 9. Stuttgart erobert. Danach ver­teilt sich die Armee in die Winterquartiere, in denen sie bis in den Mai hinein bleibt. Damit lassen sich sowohl das Operationsgebiet (ein Strei­fen von ca. 350 Kilometer Länge (Luftlinie) zwischen Pilsen und Stuttgart bzw. die Stadt Breisach) als auch die Anzahl der zu versorgenden Per­sonen (72.000) mit hinreichender Genauigkeit festlegen. Es muß hinzugefügt werden, daß diese Aufteilung, die mit diesen Tabellen vorgenommen wurde, sich an der Kriegsliste orientiert. In anderen Do­kumenten werden die Regimenter anders gegliedert. Drei Listen liegen vor, in denen die Regimenter einzelnen Heeresteilen zugeordnet werden. Die Aussagekraft dieser Listen ist allerdings sehr gering. Die erste Liste9 stammt aus dem Jahr 1634. Sie ist nicht genauer datiert. Darin wird un­terschieden zwischen Truppen, die mit König Ferdinand III. marschieren, und solchen, die mit General Piccolomini marschieren. Von den 129 Regi­mentern der Kriegsliste werden nur 29 genannt, und zwar 10 für Ferdi­nand III. und 9 für General Piccolomini. Die Korrelation zur Kriegsliste ist zwar sehr hoch (alle neun Piccolominischen Regimenter sowie acht des 9) AFA 1634/12/156 (undatiert). 27

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