Keményfi Róbert: A gömöri etnikai térmozaik. A történeti Gömör és Kis-Hont vármegye etnikai térszerkezetének változása - különös tekintettel a szlovák-magyar etnikai határ futására - Interethnica 3. (Komárom-Dunaszerdahely, 2002)

Térképek, táblázatok és ábrák jegyzéke

entweder steckengeblieben ist(s. im Falle Gömör die Abstellung der Deportationen, des Bevölkerungsaustausches), oder die staatsbildende Nation von schnellen Lösungen absieht und die stufenweise ethnische Erosion der an der Grenze lebenden Minderheiten anderen, langsamer wirkenden raumgestaltenden Kräften (der peripheren, wirtschaftlich nicht vorteilhaften Situation, der Überalterung, Vernachlässigung der Infrastruktur) über­läßt. Im Falle eines homogenen Gebietes ist also die Herausbildung der Multiethnizität (2.a) nichts anders, als der Indikator dieses langsamen Prozesses. Ebendieses können wir bei dem weiteren Zerfall der Gebiete von gemischter Etnizität in der graduellen Verschiebung der Größenverhältnisse derselben verfolgen (2.b). In den betreffenden Gemeinden wird die bis dahin in absoluter Mehrheit stehende Minderheit stufenweise entweder in die Position der nur relativer Mehrheit rücken, oder sie rutscht in die Position der zweiten anwesenden Ethnie herab. Nach dem oben Ausgeführten kann man behaupten, dass die gemischte Ethnizität ein instabiler Zustand ist. Jedes Ereignis (Seuche, Kriegszug) hat schon im 18. Jahrhundert das ethnische Größenverhältnis der Siedlung, des Gebiets völlig verändern können. Die Instabilität der gemischten Ethnizität ist aber in unserem Jahrhundert auf die künstlich erregten ethnischen Veränderungsvorgänge zurückzuführen. Das Verlangen nach Nationalstaaten impliziert nämlich immer ein geschlossenes, von den fremden Völkern mit scharfen (Nationalitätsmehrheit über 90%) Grenzen getrenntes Staatsgebiet. Das breite ethnische Mosaik Mitteleuropas hat aber die konfliktlose Herausbildung solcher Gebiete nicht ermöglicht. Die Konflikte resultieren aus dem Gegenüberstehen verschiedenartiger raumgestaltender Kräfte. Die Nation der Mehrheit in der Konstruktion des Nationalstaates erstrebt nämlich die Verkleinerung der räumlichen Ausdehnung der homogenen oder der gemischten Zone, d.h. sie strebt nach der Bedeckung des ganzen zur Verfügung stehenden (bis zur Staatsgrenze reichenden) Raumes. Sie scheint die Gleichgewichtslage der Nationalitäten nur in dieser Position zu erreichen. Die Minderheit an der Grenze versucht einem solchen Druck zu widerstehen, und zielt auf das Behalten ihrer Mehrheit (50%) auf dem Gebiet, in dem sie den Hort zur Aufrechterhaltung ihrer Kultur und der Praxis der Minderheitenrechte sieht. Die stark gegensätzlichen Interessen bewirken aber auch in einer friedlichen Zeit die graduelle („früher oder später") Verwandlung der Raumstrukturen der nationalen Minderheit. Im Falle der homogenen, zu Gebieten an der Staatsgrenze verwandelten ethnischen Gebiete ist das Erscheinen der gemischten Ethnizität (a) die (auf der Raumstruktur, also auch auf einer Karte abbild­bare) Projektion davon; und im Falle der an der Grenze liegenden historischen („im voraus”) gemischten Siedlungsgebiete ist sie die Verschiebung der Größenverhältnisse der Multiethnizität in die Richtung der Mehrheitsnation (b.). ethnische Grenze => Multiethnizität <= Staatsgrenze a. gemischter ethnischer Block (Erosionskraft) b. historische gemischte Gebiete JJ-a. ihre Entstehung b. die Veränderung ihrer Größenverhältnisse 238

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