Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2011 - Acta Ethnologica Danubiana 13. (Dunaszerdahely-Komárno, 2011)
Tanulmányok - Hans Werner Retterath: A "Német Kelet Keresztje" Bac Harzburg mellett. Egy központi kitelepítési emlékmű, mint a Nyugat-ideológia, a háborús emlékmű kultusz és nép-nemzeti oltalmi munka folyománya (Összefoglalás)
Erinnerungskonzepte stehen. Schon vor der neuen Ostpolitik hatten in den 1960er Jahren gesellschaftliche Akteure die Vertriebenenorganisationen kritisiert, die ihrerseits die Kritiker als „Verzichtler“ und „Verräter“ denunzierten. In diesen Auseinandersetzungen wurde das Mahnmal zu einem Symbol des Pro und Contra, weshalb es 1969 mit Parolen versehen und 1982, 1985 und 1986 zudem noch bis hin zu einem Umsturzversuch attackiert wurde. Und schließlich konnte nicht geklärt werden, inwiefern die Errichtung des neuen Kreuzes im September 2000 und die damit einhergehenden Diskussionen altbekannte Argumentationen und Symboliken hervorbrachten oder Neues beinhalteten. Ein Landschaftskreuz als politisches Propagandainstrument - ein Fazit Auch wenn das Harzburger Kreuz nicht das erste Vertriebenenmahnmal seiner Art war,25 so kann es doch angesichts des hohen propagandistischen Aufwands als Prototyp der monumentalen Ostlandkreuze in der Landschaft angesehen werden (Scholz 2008, 301). Neu ist hier die Übertragung von Totengedenken im Vertreibungskontext aus dem religiös dominierten Raum in den öffentlichen Bereich. Privat geprägtes Gedenken wurde nun zu einer öffentlichen und politischen Angelegenheit. Dem entsprechend trat die Funktion der Besinnung hinter die der Propaganda zurück. Sie zielte auf ein gesteigertes Opfer- und Heimatbewusstsein, mit dem nicht nur der Rückkehrwille, sondern auch der Kampf für Grenzrevisionen verbunden war. Die Einweihungsfeier von 1950 zeigt einmal mehr, dass durch die Reduzierung des NSRegimes auf seinen politischen Charakter große Bereiche volksgemeinschaftlicher Erziehung fortlebten (Janka 1997,440f.). Nicht nur die Gestaltung der Feiern, die Inhalte von Reden und schriftlichen Äußerungen, sondern auch die Ästhetik des Denkmals weisen zahlreiche Parallelen zur NS-Zeit und zum „Volkstumskampf* der Zwischenkriegszeit auf. Hinzu kommen die Gemeinsamkeiten mit größeren Kriegerdenkmalen bzw. Soldatenfriedhöfen. Die Verwandtschaft resultiert nicht nur aus der ähnlichen Gestaltung und Lage, vielmehr steht hier die vom Privaten ins Politische gewendete Trauer um Tote im Vordergrund, wodurch die Gedenkorte zu nationalen Wallfahrtsstätten werden sollten. In der Gestaltung des Mahnmals und seines Platzes, den einschlägigen schriftlichen Ausführungen, den Feierlichkeiten und den Reden spiegelte sich die Ideologie des „christlichen Abendlandes“. Sie besaß eine antikommunistische Prägung und mischte sich mit einem Antislawismus. Neben diesen beiden Elemente traten Übereinstimmungen zu wichtigen Versatzstücken der NS-Ideologie und der „völkischen Schutzarbeit“ zutage. Damit sind auch die soziokulturellen Milieus Umrissen, die hinter der Denkmalsinitiative standen. Diese Einstellungen dominierten über Jahrzehnte das organisierte Vertriebenenmilieu und schlugen sich entsprechend bei den Denkmalsergänzungen der Folgezeit nieder. Auch wegen der Grenznähe und den jährlichen Feiern zum 17. Juni muss die Frage gestellt werden, inwieweit noch die Vertriebenenproblematik im Vordergrund stand. Vieles spricht für die Bewertung des „Kreuzes des deutschen Ostens“ als ein zentrales Denkmal des Kalten Krieges. Damit aber steht die Frage im Raum, inwieweit dies auch auf andere Vertriebenendenkmale der Folgezeit zutrifft. 25 In Rotenburg a. d. Fulda wurde am 18.6.1950 auf der Katzenkopf-Höhe ein Ehrenkreuz für die Toten der Vertriebenen errichtet. Wie in Bad Harzburg sind um das Kreuz Stelen aufgereiht, die an die Herkunftsgebiete erinnern. Kittelmann 1998, 253, und mit Foto Bund der Vertriebenen Hessen o.J. 96