Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2011 - Acta Ethnologica Danubiana 13. (Dunaszerdahely-Komárno, 2011)
Tanulmányok - Hans Werner Retterath: A "Német Kelet Keresztje" Bac Harzburg mellett. Egy központi kitelepítési emlékmű, mint a Nyugat-ideológia, a háborús emlékmű kultusz és nép-nemzeti oltalmi munka folyománya (Összefoglalás)
Nach der Befestigung der Wappentafeln trat Kettmann mit einem kleinen schwarzen Schrein vor, der mit Heimaterde gefüllt war. Die „Harzburger Zeitung“ berichtete: „In dem Behälter sei die größte Kostbarkeit, die ein alter Heimatvertriebener besaß. Erde aus dem deutschen Osten. Erde von dem Friedhof, in dem dieser Greis seine erschlagenen Kinder und Enkel habe verscharren müssen. Dem alten Manne, dem einzigen Überlebenden einer großen, blühenden Familie, sei dies Kreuz des deutschen Ostens der Platz, der besser wie kein anderer geeignet sei, diese Erde, die Deutschland sei, aufzunehmen.“ Der Schrein wurde im Sockel des Kreuzes vermauert. Nach einer weiteren Rede eines ZvD-Landesvertreters an die Jugend bildete das Deutschland-Lied, dessen gesungene Strophen nicht genannt wurden, den Abschluss der Feier. Die Tradition der mitgeführten Heimaterde lässt sich nach Albrecht Lehmann (1991, 102- 105) schon in früheren Jahrzehnten etwa bei Soldaten oder Auswanderern nachweisen. ln den Nachkriegsjahren entwickelte sich jedoch im Vertriebenenmilieu ein regelrechter Kult darum. Am verbreitetsten war er bei katholischen Sudetendeutschen und Schlesiern (auch in Bad Harzburg stammte die Erde von einem Schlesier). Lehmann (1991, 103) führt zum tieferen Sinn der Mitnahme von Erde aus: „Wo das Verlassen der gewohnten Umwelt mit einem so hohen Grad an Bewußtheit erlebt und ein Abschied so nachdrücklich rituell gestaltet wird, da wird der Gegensatz Heimat und Fremde sehr eindringlich erlebt“. Dabei geht es aber nicht nur um den Blick in die Zukunft in der Feme, sondern auch um die stete Erinnerung an die erwünschte Rückkehr. Das mystische Band zur Heimat sollte nicht zerreißen. Heimaterde wurde in den 1950er Jahren meist an privilegierten Orten der Wohnung deponiert; sie diente als Geschenk und wurde oft den Toten in der „neuen Heimat“ mit ins Grab gegeben. Sie wurde auch in den Fundamenten eines neuen Hauses verbaut oder im neu erworbenen Bauernland untergemischt. Lehmann erwähnt jedoch die Verwendung von Heimaterde im politischen Kontext nicht, wofür das Kreuz des deutschen Ostens eines der ersten Paradebeispiele ist. Hier wurde ein privater Brauch in die politische Sphäre übertragen und entsprechend instrumentalisiert. Weiter wurde durch eine hoch emotionale Geschichte die Wirkung gesteigert. Damit wurde die Erde doppelt mystifiziert: als Erde aus der Heimat und als Erde von dem Friedhof der Angehörigen. Das Deponieren der Heimaterde im Kreuzsockel stand für zwei wichtige Aspekte: Indem die Erde ins Kreuz „einging“, verschmolz die Heimat mit dem Kreuzdenkmal, das zum Zeichen der Heimat werden sollte. Und weil es sich um Friedhofserde handelte, wurde das Kreuz-Mahnmal als allgemeines Gedenkkreuz für die zurückgelassenen Toten empfohlen. Mahnmalerweiterungen: Bedeutungsverdichtung und zusätzliche Erklärungen Denkmale bleiben über die Jahrzehnte nicht unverändert. Ihr Standort kann wechseln, ihre Gestalt wird verändert, Ergänzendes wird angebracht und viele Möglichkeiten mehr. So ging es auch mit dem „Kreuz des deutschen Ostens“. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Momente. Sie künden unter anderem von der Akzeptanz bis hin zur bekenntnishaften Zustimmung zum Denkmal, wie sie sich etwa über Sonderdenkmale bis hin zur Nutzung als Aufmarschplatz ausdrücken kann. Ein zweiter Beweggrund ist oft ein innerer Zwang, zum besseren Verständnis eines Denkmals beizutragen. Diese Einstellung beruhte bei nationalen Denkmalen bis 1945 darauf, die Möglichkeit des Nichtverstehens tunlichst auszuschließen (Tietz 1999, 167). Hingegen wurde gestalterisch seit dem Ende des 19. Jahrhunderts einerseits eine formale Reduktion andererseits eine erweiterte inhaltliche Bedeutung eingefordert. Dieses Dilemma konnte man mit nur über einen erweiterten Baubestand sinnvoll lösen. 89 89