Liszka József (szerk.): Az Etnológiai Központ Évkönyve 2000-2001 - Acta Ethnologica Danubiana 2-3. (Dunaszerdahely-Komárom, 2001)
1. Tanulmányok - B. Kovács István: Gömör-Kishont etnokulturális tagolódása
Acta Ethnologica Danubiana 2-3 (2000-2001), Komárom-Komárno Ethnokulturelle Gliederung der Region Gömör und Kleinhont B. Kovács István 1. Kurze Einführung zu Gömör und Kleinhont Gömör und Kleinhont war eines der Komitate des historischen Ungarn, welches durch ethnokulturelle Vielfalt charakterisiert war. Um es zu verdeutlichen, sehen wir uns die Angaben vom Jahre 1913 an. Das Komitat zählt 188.098 Personen, 58,5% sind Ungarn, 38,4% Slowaken. Außerdem leben noch in Dobschau (Dobsina, Dobšiná) in einem zusammenhängenden Gebiet Deutsche, etwa 1.700 Personen. Was ihre Konfession betrifft, so bilden die Mehrheit die Katholiken (45,4%), darauf folgen die Lutheraner (30,7%) und die Reformierten (18,5 %). Als Israeliten bekennen sich 3 % der Bevölkerung. Eine bedeutende Anzahl der Griechisch Katholiken lebt im Graner Bezirk (Garam, Hron). Infolge des nach dem Ersten Weltkrieg unterschriebenen Trianon-Vertrags schnitt die zwischen den verbliebenen Ungarn und der neugebildeten Tschechoslowakei festgelegte Grenze das Komitat entzwei. Der weitaus größte Teil des Komitats kam zu der Tschechoslowakei (heutige Mittelslowakei). Mit dem ersten Januar 1923 löst es sich als Selbstverwaltungsgebiet auf. Nach dem Wiener Beschluß vom 2. November 1938 kommen die von Ungarn bewohnten Ortschaften erneut zu Ungarn zurück; man hat das Komitat erneut gebildet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt es zu der Wiederherstellung der Grenzen von Trianon, und die Komitatsorganisation wird wieder eingestellt. Die ethnokulturelle Physiognomie einer Landschaft oder Region bilden zahlreiche Faktoren. Im weiteren stellen wir einige von ihnen vor. 2. Innere und äußere Verwaltungsgrenzen Das selbständige Gömör-Komitat wurde am Anfang des 12. Jahrhunderts organisiert, aus Gebieten, die früher zu den Komitaten Borsod und Hont gehörten. Das zentrale Gebiet des Komitats ist der mittlere Lauf des Flusses Salz (Sajó, Slaná). Die äußeren Grenzen des Komitats wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgestaltet. a) In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde dem Komitat ein Teil des zu den Komitaten Borsod (später Heves) gehörenden Mätrafußes, des vom Cselény-Forst östlich liegenden Szuha-Tales, sowie ein bedeutender Teil des Tomaer Forstgutes angegliedert. Vermutlich zu dieser Zeit wurde ein Teil des Komitats zum Gebiet des Oberlaufes der Gran. 133